Gebärdensprache

Arbeitslosigkeit: Was tun bei einer plötzlichen Entlassung?

Arbeitslosigkeit ist das Schreckgespenst, das viele Menschen umtreibt. Das Stigma und die Klischees, die damit verbunden sind, aber auch die realen Einbußen lassen Arbeitnehmer*innen hoffen, dass es sie nie betrifft. Dennoch ist es eine reale Gefahr, mit der Sie sich auseinandersetzen sollten, denn wer arbeitet, kann auch arbeitslos werden.


Anspruch auf Arbeitslosengeld

Für den Anspruch auf Arbeitslosengeld gelten im Wesentlichen diese Voraussetzungen:

  • Sie erfüllen die Anwartschaftszeit. Das bedeutet meist: Sie waren in den 30 Monaten vor Arbeitslosmeldung mindestens 12 Monate versicherungspflichtig beschäftigt. Dabei können mehrere Beschäftigungen zusammengerechnet werden.
  • Sie haben sich bei Ihrer Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet.
  • Sie sind ohne Beschäftigung, können aber eine versicherungspflichtige Beschäftigung ausüben (mindestens 15 Stunden pro Woche).
  • Sie suchen eine versicherungspflichtige Beschäftigung und arbeiten dabei mit der Agentur für Arbeit zusammen.

Tagesrhythmus finden

Während der Alltag bisher vor allem durch die Arbeitszeiten strukturiert wurde, fehlt nach dem Jobverlust ein fester Rhythmus. Schaffen Sie sich einen wellenförmigen Tagesablauf, indem Sie mehrmals von aktiven zu passiven Phasen wechseln. Neben einer festen Anfangszeit für Arbeitsplatzrecherche sollte man auch den Feierabend festlegen, um irgendwann auch loslassen zu können. Und zwischendurch kreative Pausen einlegen. Wann hatte man jemals Zeit, Gitarre zu lernen oder zu malen?

Tipps für die Zeit der Erwerbslosigkeit

Der Jobverlust wird in unserer Gesellschaft leider oft mit Versagen gleichgesetzt. Die Arbeitslosigkeit nagt am Selbstwertgefühl. Auch Einsamkeit, Existenz- und Zukunftsängste sind nicht selten. Viele ziehen sich zurück oder isolieren sich sogar gänzlich. Doch das ist ein Fehler, denn die Arbeitslosigkeit kann auch als Chance genutzt werden.

Denken Sie positiv: Wenn die Kündigung rechtmäßig ist, können Sie nichts daran ändern. Verlieren Sie nicht die Hoffnung, denken Sie positiv und richten Sie den Blick nach vorn. Gedanklich hilft es schon weiter, wenn man diese Phase als „Zeit zwischen zwei Jobs“ und nicht als Arbeitslosigkeit bezeichnet. Befassen Sie sich mit der Zukunft. Schaffen Sie einen Tagesrhythmus. Stehen Sie früh auf und machen Sie sich einen Zeitplan.

Genießen Sie die Auszeit: Bewerbungen zu schreiben, bleibt nicht aus, aber erfreuen Sie sich dennoch an Ihrer neu gewonnenen Freiheit: Entspannen Sie im Park, während andere arbeiten oder nehmen Sie sich die Bücher vor, die Sie schon längst lesen wollten. Genießen Sie die Auszeit und erholen Sie sich vom Stress, den Ihre letzte Arbeit vielleicht mit sich gebracht hat. Tanken Sie Kraft, um bei Ihrem Neuanfang voll durchzustarten.

Fallen Sie in keine Schockstarre: Isolieren Sie sich nicht, treffen Sie sich mit Freunden und Bekannten. Vermeiden Sie Nichtstun und fallen Sie nicht in eine Schockstarre. Sonst könnten Sie sich nutzlos fühlen und in eine Abwärtsspirale gelangen.

Planen Sie Ihre Zukunft: Wenn Sie sich konstruktiv mit Ihrer Zukunft beschäftigen, sind Sie optimistischer und bleiben motiviert. Werden Sie sich darüber klar, ob Sie auf dem richtigen Weg sind, arbeiten Sie an Ihren eigenen Qualifikationen und bilden Sie sich gezielt weiter. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, das zu finden, was Sie schon immer wollten. Sie können sich auch ehrenamtlich engagieren (Möglichkeiten zum ehrenamtlichen Engagement finden Sie im gleichnamigen Themenblock), um neue soziale Beziehungen zu knüpfen, Wertschätzung und das Gefühl zu erhalten, gebraucht zu werden, das Sie vielleicht vermissen. Starten Sie neu durch.

 

Neue Perspektiven

Schauen Sie ob sich für Sie andere Perspektiven eröffnen können durch Weiterbildung, Umschulung oder Studium.

  • Weiterbildung: Indem Sie sich beruflich weiterbilden und qualifizieren, bleiben Sie interessant für den Arbeitsmarkt. Sie können sich auf den neusten Stand in Ihrem Bereich bringen oder dringend benötigte Sprachkenntnisse erwerben.
  • Umschulung: Wer in seinem erlernten Beruf einfach keinen Job findet oder auch aus gesundheitlichen Gründen ihn nicht mehr ausüben kann, sollte sich mit dem Gedanken an eine Umschulung vertraut machen. Ob allerdings die Arbeitsagentur oder das Jobcenter diese Umschulung übernehmen, hängt ganz davon ab, wie erfolgversprechend Ihre Aussichten danach sind: Wer beispielsweise für einen Bereich umschulen möchte, in dem ein Überangebot an Fachkräften herrscht, wird seine Ansprüche nicht durchsetzen können.
  • Fernstudium: Hier ist Ihre Selbstdisziplin gefragt. Wer möchte, kann in einem akademischen Fernstudium universitäre Abschlüsse wie den Bachelor oder Master erwerben. Der Aufwand beträgt zwischen 20 und 30 Stunden pro Woche und kann Ihnen die nötigen Zusatzqualifikationen verschaffen, mit denen Sie fit für den Arbeitsmarkt werden.

Familienfreundliche Unternehmen

Wenn Sie jetzt die Möglichkeit haben, dann schauen Sie sich doch auch nach familienfreundlichen Unternehmen in unserem Bundesland um. Es gibt eine Vielzahl an kleinen, mittleren und großen Unternehmen unterschiedlicher Branchen, welche ihre Unternehmensphilosophie und ihr Handeln auf die Gewinnung und Bindung von Fachkräften ausgerichtet haben. Stöbern Sie auf den Webseiten der Unternehmen oder schauen Sie in die Übersichten der zertifizierten / ausgezeichneten Unternehmen im Themenblock "Familienfreundliche Unternehmen" auf unserem Familienportal.

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