Gebärdensprache

Gleichstellung von Frauen und Männern fördern

In Deutschland ist die rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern erreicht. An der tatsächlichen, alltäglichen Gleichstellung muss jedoch weiterhin hart gearbeitet werden. Die gesellschaftliche Debatte um die Gleichbehandlung ist geprägt von geschlechtsspezifischen Unterschieden und den damit einhergehenden Rollenbildern für Frauen und Männer.


Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt

Vor allem Frauen sind von Benachteiligungen am Arbeitsmarkt betroffen. Es gilt, faire Einkommensperspektiven zu schaffen und mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Ein Baustein zur Schließung der Lohnlücke ist das Gesetz zur Förderung der Entgelttransparenz zwischen Frauen und Männern. Beschäftigte in Betrieben ab 200 Mitarbeiter*innen können seit Januar 2018 einen individuellen Auskunftsanspruch geltend machen und Auskunft über die Entgeltstrukturen in ihrem Betrieb verlangen.

Um den Anteil von Frauen in Führungspositionen signifikant zur erhöhen, trat am 1. Mai 2015 das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in Kraft. Zuvor war der Frauenanteil in den Führungsetagen deutscher Unternehmen jahrelang stagniert. Zwei Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes zeigt sich: Die Quote wirkt. Alle Unternehmen, die unter die Regelung der festen Quote fallen und neue Aufsichtsratsposten zu besetzen hatten, haben sich an die feste Quote gehalten. Sofern nicht schon ein Frauenanteil von 30 % erreicht war, wurden frei werdende Aufsichtsratsposten durchgehend mit einer Frau nachbesetzt. Mit dem Programm "Zielsicher" will die Bundesregierung Unternehmen bei der Umsetzung des Gesetzes für mehr Frauen in Führungspositionen unterstützen.

Um mehr Frauen den Aufstieg in Führungspositionen in Unternehmen oder Institutionen mit wirtschaftsnahen Strukturen in Mecklenburg-Vorpommern zu ermöglichen, gibt es seit Januar 2013 das landesweite Cross-Mentoring-Programm "Aufstieg in Unternehmen - Mentoring für Frauen in der Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern". In dem Projekt fördert eine erfahrene weibliche oder männliche Führungskraft (Mentor*in) eine weibliche Nachwuchsführungskraft (Mentee) in ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung über einen Zeitraum von ca. einem Jahr. Die Mentees und Mentoren*innen kommen dabei aus unterschiedlichen Unternehmen, um von den verschiedenen Erfahrungen und Unternehmenskulturen der anderen zu profitieren.

Gleichstellung bei Bildung und Ausbildung

In der Gesellschaft herrschen noch immer tradierte Rollenmuster vor: Frauen werden typische Eigenschaften wie fleißig, fürsorglich, hilfsbereit und gefühlvoll zugeschrieben. Jungen dagegen erfahren nach wie vor, dass "Mann" Haupternährer der Familie sei sowie karrierebewusst, leistungsorientiert, stark und cool zu sein habe. Diese klischeebelasteten Geschlechterrollen werden in der Familie gefestigt, durch Medien bestärkt und auch in der Schule teilweise vermittelt.

Statistiken belegen, dass Mädchen die besseren schulischen Leistungen erbringen. Doch dies spiegelt sich nicht in ihrer beruflichen Entwicklung wider. Im Berufsfindungsprozess reduzieren Mädchen ihre Berufswahl überwiegend auf zehn sogenannte frauentypische Berufe wie Verkäuferin, Bürokauffrau oder Friseurin. Damit haben sie weniger Aufstiegsmöglichkeiten, weniger Arbeitsplatzsicherheit und ein geringeres Einkommen. Dies wiederum hat im späteren Lebensverlauf zur Folge, dass Frauen häufiger von Altersarmut betroffen sind als Männer. Jungen hingegen beziehen soziale oder erzieherische Berufe wie Altenpfleger oder Erzieher kaum in ihre Berufswahl ein oder trauen sich nicht, diese als typische Frauenberufe geltenden Tätigkeiten zu wählen.

Die Bundesregierung hat den nationalen MINT-Pakt geschlossen. Unter dem Motto "Komm, mach MINT" soll jungen Frauen gezeigt werden, wie die heutige MINT-Berufswelt aussieht und welche Chancen sich für Frauen eröffnen. An dem Mädchen und Jungen-Zukunftstag im Jahr sollen Einblicke in  Berufsfelder vermittelt werden, welche die Jugendlichen im Prozess der Berufsorientierung nur selten in Betracht ziehen. Anhand von praktischen Beispielen erleben die Teilnehmer*innen in Laboren, Kindertagesstätten, Altenpflegeheimen, Hotels und Werkstätten, wie interessant und spannend diese Arbeit sein kann.

Die Initiative "Klischeefrei" unterstützt alle am Berufswahlprozess Beteiligten, die Mädchen und Jungen auf ihrem Weg in den Beruf begleiten, der zu ihren Stärken passt – frei von Geschlechterklischees. Das Webportal der Initiative "Klischeefrei" bietet alltagstaugliches (Unterrichts-)Material, Hintergrundinformationen und Beispiele gelungener Praxis zur geschlechtersensiblen Berufsorientierung. Es richtet sich an Fachkräfte aus der Frühkindpädagogik, aus Schulen und Hochschulen, aus Unternehmen und Gewerkschaften sowie aus der Berufsberatung, aber auch an Eltern.

Gleichstellung in Hochschule und Wissenschaft

In Mecklenburg-Vorpommern erlangen seit Jahren mehr Frauen als Männer einen Hochschulabschluss. Bei Promotionen und Habilitationen sind Frauen jedoch stark unterrepräsentiert. Zudem ist die Fächerauswahl von Studentinnen und Studenten je nach Geschlecht unterschiedlich und v. a. bei Frauen sehr eingeschränkt. So studieren Frauen vergleichsweise selten technische oder naturwissenschaftliche Fächer. Auch in Spitzenpositionen der Wissenschaft, sowohl bei Professuren als auch bei der Besetzung von Gremien, ist der Frauenanteil verhältnismäßig gering.

Um den Frauenanteil in Führungspositionen von Wissenschaft und Wirtschaft zu erhöhen, werden an den Hochschulen des Landes Studentinnen und Hochschulabsolventinnen bei der Vorbereitung einer Promotion und Habilitation sowie beim Berufseinstieg in die Wissenschaft oder Wirtschaft unterstützt. Das Projekt "KarriereStartMentoring M-V - Im Tandem zum Erfolg" ist ein Verbundprojekt.

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