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Studium             
Studieren ist aktuell so beliebt wie nie. Immer mehr Jugendliche entscheiden sich für den Weg des Studiums. Dieser relativ sichere und interessante Schritt in die Berufswelt bringt sehr viele neue Eindrücke und Erfahrungen, wirft aber auch Fragen auf. Welcher Studiengang passt zu mir? Welche Hochschulstandorte gibt es? Wo liegen die Unterschiede zwischen Bachelor und Master? Welche Zulassungsvoraussetzungen gibt es?
Orientierung finden
Schulabschluss oder Ausbildung beendet und nun? Welches Studium passt zu mir? Rund 450 Universitäten, (Fach-)Hochschulen und Berufsakademien in Deutschland bieten derzeit über 18.600 Studiengänge an, darunter etwa 9.000 Bachelorstudiengänge sowie 8.000 Masterstudiengänge. Die Studienwahl ist ein komplexer Prozess, der viel Zeit in Anspruch nimmt. Besonders wichtig ist es, sich frühzeitig mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Zunächst gilt es den eigenen Fähigkeiten, Neigungen, Stärken und Interessen auf die Spur zu kommen. Dabei helfen verschiedene Informations- und Beratungsangebote. Studienwahltests zur ersten Orientierung gibt es online.
Zugänge und Abschlüsse
Die wichtigste Voraussetzung für ein Studium an einer deutschen Hochschule ist eine gültige Hochschulzugangsberechtigung. Für deutsche Staatsbürger*innen und Bildungsinländer*innen gelten andere Bestimmungen als für EU-Bürger*innen oder Interessierte aus Nicht-EU-Staaten. Die Zulassung zu den unterschiedlichen Hochschultypen hängt davon ab, an welchem Schultyp der Abschluss gemacht wurde.
  • Mit der allgemeinen Hochschulreife besteht die Berechtigung, alle Studiengänge an allen Hochschultypen zu studieren.
  • Mit einer fachgebundenen Hochschulreife können Fächer der im Zeugnis vermerkten Fachrichtung (z. B. Sozialwesen, Technik, Wirtschaft) an allen Hochschultypen studiert werden.
  • Mit der Fachhochschulreife besteht der Zugang zu allen Studiengängen an einer Fachhochschule.
Im System der gestuften Studienabschlüsse ist der Bachelor-Abschluss der Regel-Abschluss eines Hochschulstudiums. Das Bachelorstudium vermittelt wissenschaftliche Grundlagen, Methodenkompetenz und berufsfeldbezogene Qualifikationen. Der Master-Abschluss stellt einen weiteren berufsqualifizierenden, wissenschaftlich vertiefenden Abschluss dar. Er verleiht dieselben Berechtigungen wie die bisherigen Diplom- und Magisterabschlüsse an Universitäten und gleichgestellten Hochschulen.
Die Regelstudienzeit im Bachelorstudium beträgt mindestens drei und höchstens vier Jahre, wobei mindestens 180 ECTS-Punkte nachzuweisen sind (Leistungspunktesystem). Das anschließende Masterstudium ist auf mindestens ein und höchstens zwei Jahre angelegt und erfordert (unter Einbeziehung des vorangegangenen Studiums) insgesamt 300 ECTS-Punkte. Das Studium ist modularisiert.
Studieren in Voll- oder Teilzeit
Die meisten Studiengänge werden in Vollzeit studiert. Ein Vollzeitstudium ist ein Präsenzstudium. Das bedeutet, die Zeit wird vollumfänglich für Vorlesungen, Seminare und Veranstaltungen genutzt.
Einige Studiengänge zeichnen sich durch eine größere zeitliche und räumliche Flexibilität aus. Ein Teilzeitstudium ist für alle diejenigen eine Alternative, die neben dem Beruf oder Betreuungsaufgaben, wie z. B. der Betreuung von Kindern oder Kranken, studieren möchten. Bei einem Teilzeitstudium kann man berufsintegrierend oder berufsbegleitend studieren. Beim Teilzeitstudium muss im Vergleich zum Vollzeitstudium eine verlängerte Regelstudienzeit absolviert werden.
Hochschultypen und Studiengänge im Überblick

In Deutschland gibt es über 400 verschiedene Hochschulen. Universitäten und Fachhochschulen sind dabei die beiden häufigsten Hochschultypen. Es gibt sie in staatlicher aber auch privater oder kirchlicher Trägerschaft. Es wird zwischen folgenden Typen unterschieden:

  • Universitäten und Hochschulen mit vergleichbarer Aufgabenstellung, dazu gehören Technische Universitäten, die Fernuniversität, Universitäten der Bundeswehr, Hochschulen für Medizin, Tiermedizin oder Sport, Kirchliche und Philosophisch-hheologische Hochschulen und Pädagogische Hochschulen
  • Kunst-, Musik- und Filmhochschulen
  • Fachhochschulen bzw. Hochschulen für angewandte Wissenschaften
  • Fachhochschulen für öffentliche Verwaltung
  • Duale Hochschule.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es die Universitäten in den Hansestädten Rostock (seit 1419) und Greifswald (seit 1456). Sie gehören zu den ältesten universitären Einrichtungen in Europa. Hinzu kommt das vielfältige Studienangebot weiterer Hochschulen in Stralsund, Wismar, Rostock, Schwerin, Güstrow und Neubrandenburg. Um eine Übersicht über die Vielzahl an Studiengängen zu bekommen, kann man diese in elf Studienbereiche mit jeweils mehreren Studienfeldern einteilen: 

  • Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften
  • Ingenieurwissenschaften
  • Mathematik, Naturwissenschaften
  • Medizin, Gesundheitswissenschaften, Psychologie, Sport
  • Wirtschaftswissenschaften
  • Rechts-, Sozialwissenschaften
  • Erziehungs-, Bildungswissenschaften
  • Sprach-, Kulturwissenschaften
  • Kunst, Musik
  • Lehramt
  • Öffentliche Verwaltung.
Hochschulkompass mit Studienplatzbörse
Der Hochschulkompass ist ein Informationsportal, in dem staatliche und staatlich anerkannte deutsche Hochschulen tagesaktuelle Informationen über ihre Studien- und Promotionsmöglichkeiten veröffentlichen. Alle Angaben im Hochschulkompass sind von den Hochschulen autorisiert und werden von Mitarbeiter*innen an den Hochschulen aktualisiert.
Die genannte Studienplatzbörse ermöglicht eine Suche nach Hochschulen und Studienmöglichkeiten mit freien Studienplätzen und öffnet zweimal im Jahr: für das Sommersemester in den Monaten Februar, März und April sowie für das Wintersemester in den Monaten August, September und Oktober.
Was kostet das Studium?

Diese Frage lässt sich nicht einfach beantworten, ohne bestimmte Komponenten in den Blick zu nehmen. Studiengebühren müssen in Deutschland an öffentlich-rechtlichen oder kirchlichen Hochschulen nicht gezahlt werden. An privaten Hochschulen fallen jedoch i. d. R. Studiengebühren an. In Mecklenburg-Vorpommern ist lediglich ein Semesterbeitrag zu entrichten. Dieser fällt an den Universitäten und Hochschulen unterschiedlich aus.

 

Schreibt man die Daten (Stand 2016) der Sozialerhebung fort, musste man als Student*in 2019 mit Kosten zwischen 646 und 1.507 € / Monat rechnen – an staatlichen Hochschulen ohne Studiengebühren. Kostenpunkte dabei sind u. a. Versorgung, Miete, ÖPNV, Kleidung, Lehrmittel, Telefon / Internet, Krankenversicherung, Freizeit. Wie hoch die Werte sind, hängt von mehreren Faktoren ab und wird auf der Webseite https://studis-online.de erklärt.

 

Das Semesterticket ist ein Fahrausweis für den öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV), der für Studierende ein Semester lang gilt. Das Semesterticket wird automatisch an die Studierenden vergeben. An den meisten Hochschulen zahlen alle Studierenden für das Semesterticket einen einheitlichen Pflichtbeitrag und erwerben dadurch die volle Nutzungsberechtigung im jeweiligen Geltungsgebiet, unabhängig von der individuellen Nutzung. Die jeweiligen Kosten und Nutzungsgebiete müssen nach Studienort geprüft werden.

Unterstützung und Förderung für Studierende

Studierende können während ihres Studiums eine finanzielle Unterstützung des Staates erhalten. Das BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz) unterstützt junge Menschen dabei, ihre Ausbildung an Hochschulen zu absolvieren und gleichzeitig ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Studierende an einer Hochschule des Landes M-V stellen einen Antrag auf finanzielle Unterstützung bei den Ämtern für Ausbildungsförderung des Studierendenwerks Greifswald und Wismar-Rostock.

 

Wer nicht zu Hause bei den Eltern wohnen kann oder will, ist entweder auf den freien Wohnungsmarkt oder auf einen Platz in einem Studentenwohnheim angewiesen. Träger der Studentenwohnheime sind überwiegend die Studentenwerke, aber auch kirchliche Einrichtungen und private Investoren. Derzeit stehen bundesweit rund 240.000 öffentlich geförderte Wohnplätze zur Verfügung, davon rund 191.000 bei den 58 Studentenwerken.
Die durchschnittliche monatliche Bruttowarmmiete in Wohnheimen der Studentenwerke beträgt 255 € / Monat (vielerorts inkl. Internetanschluss); für einen Wohnheimplatz in anderer Trägerschaft müssen Studierende im Schnitt 302 €/ Monat zahlen.

 

An vielen Orten gibt es auch spezielle Wohnangebote für rollstuhlnutzende bzw. mobilitätseingeschränkte Studierende und für Studierende mit Kindern. Zu den Bewerbungsmodalitäten, zur Lage und zu den jeweiligen Mieten der einzelnen Wohnanlagen gibt es Informationen beim Studentenwerk des jeweiligen Hochschulortes.

Für Studierende sind einige Versicherungen wie die Kranken- und Pflegeversicherung Pflicht, andere können verschiedene Risiken abdecken. Zur Immatrikulation muss jede/r Studierende eine Versicherungsbescheinigung einer gesetzlichen Krankenversicherung vorlegen. Sie dient als Nachweis über eine gültige Krankenversicherung bzw. über die Befreiung von der Versicherungspflicht. Der Nachweis gilt für das gesamte Studium. Während des Studiums gibt es vier unterschiedliche Möglichkeiten der Krankenversicherung - gesetzliche Krankenversicherung im Rahmen einer Familienversicherung, studentische Pflichtversicherung, eine freiwillige Mitgliedschaft und eine private Krankenversicherung.


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