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Schwangerschaft und Geburt
Hilfe & Beratung
1. Juli 2021 | Diana Wienbrandt

Die Schwangerschaft und die Zeit vor und nach der Geburt sind eine besondere Zeit: Unter Aufregung und Vorfreude mischen sich viele Fragen und manchmal auch Sorgen und Ängste. Auch gerade jetzt in Zeiten von Kontaktbeschränkungen, Ausgangssperren und Stellenabbau in den Geburtskliniken. Wie kann ich mich auf die Geburt vorbereiten? Wo möchte und kann ich entbinden? Welche Unterstützung erhalte ich nach der Geburt? In diesem Blogbeitrag beleuchten wir einige Aspekte rund um diese Themenblöcke und führen konkrete Ansprechpartner*innen und Familienleistungen auf.

Ist eine Schwangerschaftsberatung auch für mich hilfreich?

Diese Frage stellen sich sicherlich einige Frauen. Die Fachkräfte in den Beratungsstellen vor Ort haben ein vielschichtiges Wissen rund um die Schwangerschaft und geben Auskunft zum finanziellen Rahmen und zu rechtlichen Fragen. Sie sind aber auch Ansprechpartner*innen in Konfliktsituationen in der Familie oder mit dem Partner und beraten bei emotionalen Belastungen. Die Beratung der Fachkräfte wird von einem sehr großen Teil der Frauen in Anspruch genommen. Zu einem kleineren Teil nutzen auch Paare die Möglichkeit der Beratung. Vor allem die sozialen Beratungen und die Unterstützungsleistungen bewirken, dass mehr als jede zweite schwangere Frau eine Beratungsstelle aufsucht. Die Fachkräfte beraten kostenlos, auf Wunsch anonym, unabhängig von Nationalität und Konfession, vertraulich und unter Einhaltung der Schweigepflicht.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es eine Vielzahl an Schwangerschafts(konflikt)-Beratungsstellen. Über die interaktive Karte können Sie sich Beratungsstellen in Ihrer Nähe heraussuchen.

Wo soll ich entbinden?

Diese Frage stellen sich viele Paare im Laufe einer Schwangerschaft. Die Möglichkeiten sind sehr verschieden und sollten an das eigene Wohlbefinden angepasst werden. Die meisten Babys werden in Deutschland in Kliniken geboren. Wenn keine Risikoschwangerschaft besteht, das Baby gesund ist und sich nicht vor der 36. SSW ankündigt, kann auch ein Geburtshaus oder eine Hausgeburt eine gute Alternative sein. Viele Frauen erleben hier die Geburten besonders störungsfrei, selbstbestimmt und in entspannter Atmosphäre. Für andere ist es für das eigene Sicherheitsempfinden wichtig, Ärzte und beste medizinische Versorgung direkt in der Nähe zu wissen und fühlen sich in der Klinik wohler.

Es lohnt sich, die verschiedenen Entbindungsorte kennenzulernen, um eine eigene Wahl zu treffen. Geburtskliniken und -Häuser bieten regelmäßig Informationsveranstaltungen an (abhängig von den aktuellen Hygienebestimmungen ist auch ein digitaler Rundgang in einigen Geburtskliniken möglich).

Doch was wenn die Geburtsstation in meiner Nähe schließt? So geschehen aktuell auf der Insel Rügen. Die einzige Geburtsstation auf Deutschlands größter Insel muss aufgrund von Personalmangel schließen. Die nächste Möglichkeit für Menschen auf Rügen wäre das Krankenhaus in Stralsund. Das entspräche für werdende Insel-Eltern eine Fahrtzeit von 30 bis 60 Minuten je nach Wohnort. So wie auf der Insel Rügen sieht es mancherorts in den ländlichen Regionen von MV aus. Der demografische Wandel und die rückläufigen Geburtenzahlen (Im Jahr 2020 wurden in MV insgesamt 12.062 Kinder geboren. Das ist der niedrigste Stand seit 2013) führten und führen zu Schließungen in den wirtschaftlich betriebenen Krankenhäusern.

Was ist Geburtshilfe?

Die Geburtshilfe ist ein Teilbereich der Frauenheilkunde und beschäftigt sich mit der Überwachung von Schwangerschaften sowie der Vorbereitung, Durchführung und Nachbehandlung von Geburten. Hebammen und Entbindungspfleger sind die Fachkräfte rund um die Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach und verstehen sich als Fürsprecher*innen der schwangeren und gebärenden Frauen.

Nach der Geburt hat jede gesetzlich krankenversicherte Frau zwölf Wochen lang Anspruch auf die Unterstützung einer Hebamme, bei Bedarf auch bis zum Ende der Stillzeit. Die Hebamme hilft und berät in dieser Zeit bei allen Fragen, die das Kind und die Gesundheit der Mutter betreffen. Die Wochenbett-Betreuung umfasst vor allem die Betreuung von Mutter und Kind – Rückbildung der Gebärmutter, Wundheilung, Wochenfluss, Stillen, Milchstau, Rückbildungsgymnastik, Trinkverhalten des Säuglings, Säuglingspflege etc.

Was ist eine Familienhebamme?

Familienhebammen und Familien-Gesundheits- & Kinderkrankenpfleger*innen begleiten Frauen/Familien, die in verschiedener Weise stark belastet sind, ab der 9. Woche nach der Geburt bis zum Ende des 1. Lebensjahres ihres Kindes. Eine Familienhebamme kommt – wie eine Hebamme – zu Ihnen nach Hause. Sie unterstützt dabei, dass es Ihnen und Ihrem Baby gut geht, es sich gut nach der Geburt entwickelt und der veränderte Alltag gemeinsam gelingt. Sie zeigt wie man selbst die gesunde Entwicklung des Babys unterstützen kann oder worauf bei der Erziehung geachtet werden muss. Sie begleitet Sie außerdem bei Arztbesuchen oder Behördengängen.

Ebenfalls kann eine Familienhebamme bei besonders schwierigen Situationen hilfreich sein. Wenn Sie zum Beispiel alleinerziehend oder sehr jung sind, finanzielle oder gesundheitliche Probleme haben oder sich in Ihrer Partnerschaft nicht gut fühlen, kann sie beratend zur Seite stehen.

Die Betreuung durch eine Familienhebamme bzw. eine Familien-Gesundheits- & Kinderkrankenpflegerin ist für die Familie kostenfrei. Die Familienhebamme bzw. die Familien-Gesundheits- & Kinderkrankenpflegerin wird aus dem Landesprogramm Familienhebammen finanziert.

Auf der interaktiven Karte finden Sie Gesundheitsämter in ihrer Nähe. Die Experten vor Ort vermitteln die Familienhebammen und Familien-Gesundheits- &Kinderkrankenpfleger*innen.

 

Dies war nur ein kleiner Einblick in die breite Themenwelt der Schwangerschaft und Geburt. Sie suchen nach weiteren Themen und Informationen? Dann schauen Sie gern auf unseren Themenseiten vorbei. Prüfen Sie, welche Familienleistungen für Sie relevant sind und wo Sie weitere Ansprechpartner*innen in Ihrer Nähe finden.

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