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Veranstaltungstipps
Vereinbarkeit von Erwerbs- & Privatleben
Mecklenburg-Vorpommern ist ein Land zum Leben UND Arbeiten. Immer mehr Arbeitgeber*innen haben erkannt, dass eine familienbewusste Personalpolitik ein entscheidender Wettbewerbsvorteil ist, um qualifizierte Mitarbeiter*innen zu gewinnen und zu binden. Denn heute werben vermehrt die Unternehmen um die Gunst der Fachkräfte.
Viele Unternehmen in MV haben die Förderung der Vereinbarkeit von Erwerbs- & Privatleben in die Unternehmensstrategie verankert.
Preisträger*innen Landeswettbewerb
Seit dem Jahr 2008 vergibt das Land Mecklenburg-Vorpommern den „Preis der Wirtschaft“. Als „Unternehmer des Jahres in MV“ werden jährlich Persönlichkeiten, Frauen wie Männer und Unternehmen, in den Kategorien Unternehmerpersönlichkeit, Unternehmensentwicklung sowie Fachkräftesicherung und Familienfreundlichkeit ausgezeichnet. Die Nominierten kommen aus dem ganzen Land und aus allen Branchen: etwa dem Handwerk, dem Tourismus, der Gesundheitswirtschaft, dem Dienstleistungs- und dem verarbeitenden Gewerbe. Vorgeschlagen werden sie von den eigenen Mitarbeiter*innen, von Wirtschaftskammern und Unternehmerverbänden, von Kommunen und Geschäftspartner*innen.
Anlässlich der 10. Verleihung zum/zur Unternehmer*in des Jahres in Mecklenburg-Vorpommern hat das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit eine Jubiläumsbroschüre aufgelegt. Diese stellt die Preisträger der vergangenen zehn Jahre, ihre Unternehmen und Erfahrungen auf spannende Weise vor.
Zertifizierte Hochschulen und Unternehmen in MV
Viele Arbeitgeber*innen im Land setzen bereits auf eine familienfreundliche Personalpolitik und das zahlt sich aus: Weniger Fehlzeiten, Bindung von Fachkräften, schnellerer Wiedereinstieg nach der Elternzeit, produktivere Beschäftigte und nicht zuletzt ein hoher Imagegewinn sind die Pluspunkte.
Welche Unternehmen und Hochschulen sind bei uns im Land bereits nach dem AUDiT „Erwerbs- und Privatleben“ oder dem audit familiengerechte Hochschule zertifiziert und was bieten sie ihren Mitarbeiter*innen?
Steuerfreie Leistungen für Arbeitgeber*innen
Damit Familie und Beruf besser vereinbar sind, kann der/die Arbeitgeber*in die Mitarbeiter*innen mit Serviceleistungen unterstützen. Folgende Leistungen von Arbeitgeber*innen sind für die Beschäftigten steuerfrei, wenn die Leistungen 600 Euro im Kalenderjahr nicht übersteigen und sie vom Unternehmen zusätzlich zum Arbeitslohn erbracht werden:
  • Leistungen zur kurzfristigen Betreuung des/der (Pflege)Kindes/Kinder, wenn das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet ist,
  • Leistungen zur kurzfristigen Betreuung des behinderten Kindes oder Pflegekindes, wenn es wegen einer vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetretenen Behinderung nicht für sich selbst sorgen kann,
  • Leistungen zur kurzfristigen Betreuung eines pflegebedürftigen Angehörigen.
Die Betreuung muss in allen oben genannten Fällen aus zwingenden und beruflich veranlassten Gründen notwendig sein. Des Weiteren sind Leistungen von Arbeitgeber*innen an ein Unternehmen, das bei der Betreuung der Kinder oder des pflegebedürftigen Angehörigen berät oder Unterstützung durch Betreuungspersonen vermittelt, steuerfrei.
Väter & Vereinbarkeit
Das Thema Väter und Vereinbarkeit nimmt immer stärker an Bedeutung zu. Die Männer fühlen sich oftmals gefangen in der Versorgerrolle, in die sie automatisch nach der Geburt der Kinder gegangen bzw. gerutscht sind. Die Rollenverteilung männlicher Hauptverdiener, weibliche Zuverdienerin ist immer noch der Regelfall in Deutschland. Männer mit Kind oder Kindern arbeiten laut des Mikrozensus 2017 zu 94 % in Vollzeit, Mütter nur zu 34 %. Laut dem OECD-Bericht „Dare to Share“ tragen Frauen in Deutschland europaweit am wenigsten zum Familieneinkommen bei – im Schnitt nur 22,6 % des Familienbudgets. Auch sind Kinder für Männer nur selten ein Grund, beruflich kürzer zu treten. Laut dem Mikrozensus von 2017 arbeiten Väter im Alter zwischen 18 und 64 Jahren häufiger als Männer ohne Kinder. Im privaten Bereich und insbesondere im Erwerbsleben werden jene Männer häufig belächelt, die aus familiären Gründen beruflich kürzer treten, indem sie z. B. Arbeitszeit reduzieren oder in Elternzeit gehen. Anders als für Frauen, scheint Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben kein Thema für Männer zu sein. Engagierte Väter, pflegende Söhne, Männer im Ehrenamt oder Männer in ihrer Rolle als Partner haben keine wirkliche Lobby und werden gesellschaftlich kaum wahrgenommen.

Gleichzeitig ist mehr Zeit für die Familie der Wunsch von immer mehr erwerbstätigen Vätern, während viele Mütter sich gerne stärker beruflich engagieren wollen. Eine Mehrheit von 60 % der Paare wünscht sich eine gleichberechtigte Beziehung, in der Erwerbs- und Familienarbeit fair verteilt sind. Doch nur eine Minderheit lebt entsprechend dieser Wünsche.
Die Väter gGmbH hat aufgeführt, dass 79 % aller Väter eine gute Vereinbarkeit gelingt, wenn Vorgesetzte mit gutem Beispiel vorangehen. Aktuell fühlen sich 83 % der Väter nicht in ihrem Vatersein vom Unternehmen unterstützt.

Um eine gleichberechtigte Aufgabenverteilung im Familien- und Berufsalltag zu erreichen, regt das Landeszentrum für Gleichstellung und Vereinbarkeit in Mecklenburg-Vorpommern aktuell mit vielen Aktionen zu mehr partnerschaftlichen Aushandlungsprozessen an. Sie finden vor allem in der Familie, aber auch in Unternehmen statt. Diese setzen z. B. bei der Arbeitszeitgestaltung und der Unternehmenskultur die Rahmenbedingungen, unter denen Mütter und Väter die Verteilung von Erwerbs- und Familienarbeit arrangieren. „Apropos Partnerschaft – Macht’s gemeinsam!“ lädt ein zu Perspektivwechsel und Diskussion.

Quellen: Studie "NUR MUT VÄTER", 2014 (A.T. Kearney); Studie „Die neue Vereinbarkeit, 2014 (Roland Berger); Digitalisierung – Chancen und Herausforderung für die partnerschaftliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf. 2016 (BMFSFJ)
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