Wettbewerb für familienfreundliche Unternehmen gestartet
Bundesfamilienministerin Karin Prien hat den bundesweiten Unternehmenswettbewerb „Kleine Lösungen – große Wirkung. KMU gewinnen mit Vereinbarkeit“ gestartet. Gesucht werden kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten, die innovative Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf umgesetzt haben.
Der Wettbewerb soll erfolgreiche betriebliche Lösungen sichtbar machen, die Beschäftigten zugutekommen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärken. Prämiert werden praxisnahe Ansätze, die im jeweiligen Betrieb gut funktionieren und sich im Arbeitsalltag bewährt haben.
Mögliche Beispiele sind flexible Arbeitszeitmodelle, Angebote für Väter oder pflegende Angehörige, betriebliche Unterstützungsangebote für Familien oder Kooperationen zur Organisation von Ferienbetreuung.
Bundesfamilienministerin Karin Prien betonte zum Start: Familienfreundliche Arbeitsbedingungen seien ein wichtiger Faktor, um Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu binden. Gerade kleine und mittlere Unternehmen würden mit kreativen und innovativen Lösungen zeigen, wie Vereinbarkeit im Arbeitsalltag gelingen kann.
Unternehmen können sich bis zum 24. April 2026 über die Website des Programms „Erfolgsfaktor Familie“ bewerben. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden am 11. September 2026 beim Unternehmenstag „Erfolgsfaktor Familie“ in Berlin ausgezeichnet.
Michael Güthlein und Konstantin Sacher sind Väter: ein (1) und drei Kinder (10, 7, 5). Beide erzählen über ihr Rollenverständnis und ihre Abenteuer zwischen Kinderkrabbeln und Elternabend, zwischen Beikost und Ferienlager. Ihre Kolumne erscheint alle zwei Wochen; sie schreiben im Wechsel.
Zur Kolumne: https://chrismon.de/kolumnen/vaeterzeit
Internationaler Tag der Familie
Der Internationale Tag der Familie am 15. Mai 2023 ist ein von den Vereinten Nationen (UN) ausgerufener Tag zur Bekräftigung der Bedeutung von Familien. Der Internationale Tag der Familie steht jedes Jahr unter einem anderen Motto.
„Stark für Familienmomente“ – so lautet das Motto des Aktionstages 2023 der Lokalen Bündnisse für Familie. Bündnisakteurinnen und -akteure setzen sich tagtäglich dafür ein, dass die Familien genau diese gemeinsamen Momente haben und nutzen können. Durch ihren engagierten Einsatz für mehr Vereinbarkeit von Familie und Beruf schaffen die Netzwerke vor Ort Zeit und Raum für die großen und kleinen Momente des Familienlebens.
Familienbarometer veröffentlicht
Das Familienbarometer zieht Empfehlungen und Schlüsse aus zahlreichen Daten und amtlichen Statistiken. Den Kern bildet eine vom Institut für Demoskopie Allenbach durchgeführte Repräsentativbefragung von Familien in Deutschland.
Laut Familienbarometer sehen Eltern u.a. Verbesserungspotenzial bei der sozialen Sicherung, bei der finanziellen Unterstützung sowie bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Gerade diese Erwartung spiegelt sich in der Lebensrealität vieler Familien. Sie haben den Eindruck, dass die Anforderungen und Erwartungen an Elternschaft ansteigen und berichten von einer Intensivierung des Betreuungsaufwands.
Dabei sehen die Eltern die Verantwortung für die Kinder bei beiden Elternteilen. Immer mehr Mütter und Väter halten es für wichtig, dass beide Partner gute berufliche Perspektiven haben und finanziell unabhängig sind; im Jahr 2022 ist die partnerschaftliche Aufgabenteilung zwei Dritteln wichtig – vor acht Jahren galt dies nur für gut die Hälfte der Eltern. Bei der Umsetzung einer partnerschaftlichen Rollenaufteilung treten jedoch oftmals Lücken zwischen Wunsch und Wirklichkeit auf. So betrachten es bspw. 20 Prozent der Väter als ideal, in längerer Teilzeit erwerbstätig zu sein; realisiert wird dieses Arbeitspensum nur von 4 Prozent der Paarfamilien.
Sie können das Familienbarometer auf der Homepage des Bundesfamilienministeriums herunterladen.
Neue Studie zur Väterfreundlichkeit
Für Väter ist eine gelingende Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein sehr wichtiges Anliegen. Deutlich wird dies durch die Bereitschaft der Väter, ihre Arbeitsstelle zu wechseln. Das zeigt die Studie „Wie väterfreundlich ist die deutsche Wirtschaft?“ der Prognos AG im Auftrag des Unternehmensprogramms „Erfolgsfaktor Familie“: Rund 450.000 Väter in Deutschland haben schon einmal den Arbeitgeber zugunsten einer besseren Vereinbarkeit gewechselt. Und mehr als 1,7 Millionen Väter denken darüber häufig oder zumindest manchmal nach. Diese hohe Wechselbereitschaft ist gerade in den aktuellen Zeiten des Fachkräftemangels ein großes Unternehmensrisiko.
Ein weiteres Ergebnis der Studie ist die unterschiedliche Einschätzung der Väterfreundlichkeit von Unternehmen und berufstätigen Vätern: Väter bewerten ihre Unternehmen deutlich seltener als sehr väterfreundlich als dies die Unternehmensverantwortlichen tun (38% vs. 63%). Das entsprechende Angebot ist zwar gut aufgestellt, jedoch ist betriebliche Väterfreundlichkeit nur wirksam, wenn Personalmaßnahmen in eine väterbewusste Unternehmenskultur eingebettet werden und die Anliegen der Väter von Führungskräften thematisiert und ernst genommen werden.
Entsprechend lautet die Empfehlung an die Unternehmen in Deutschland, ihre Väterfreundlichkeit im eigenen Interesse zu stärken, um ihre Zukunftsfähigkeit mit Blick auf den gesellschaftlichen und demografischen Wandel zu sichern und um Wettbewerbsvorteile auf dem Arbeitsmarkt zu realisieren.
Die Studie basiert auf zwei repräsentativen Befragungen von 600 Personalverantwortlichen bzw. Geschäftsführungen sowie von 1.000 erwerbstätigen Vätern mit minderjährigen Kindern. Sie können die Studie hier herunterladen.
Monitor Familienforschung
Der Monitor Familienforschung "Familienleben und Familienpolitik in Ost- und Westdeutschland" zeigt die Entwicklung der Familienpolitik in der ehemaligen DDR und der früheren BRD bis heute. Mithilfe von Zahlen, Fakten und Studienergebnissen wird das Familienleben in Ost und West – insbesondere zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf – skizziert. Von welchem Familienbild ging die Politik aus? Welche Rolle spielte die Vereinbarkeit von Familie und Beruf vor der Wende?