Mehr Streitschlichter an Schulen in MV
Das Land Mecklenburg-Vorpommern baut die Gewaltprävention an Schulen weiter aus: Rund 100 Schülerinnen und Schüler werden künftig als Streitschlichterinnen und Streitschlichter ausgebildet.
Zuvor wurden 17 pädagogische Fachkräfte qualifiziert, die das Programm an ihren Schulen umsetzen und begleiten. Ziel ist es, Konflikte frühzeitig, eigenständig und respektvoll zu lösen und so das Miteinander im Schulalltag zu stärken.
Streitschlichtung fördert wichtige soziale Kompetenzen wie Verantwortung, Empathie und gegenseitigen Respekt – Fähigkeiten, die Kinder und Jugendliche weit über die Schulzeit hinaus begleiten.
Das Programm ist Teil eines umfassenden Landeskonzepts zur Gewaltprävention und unterstützt Schulen dabei, aktiv gegen Mobbing und andere Formen von Gewalt vorzugehen.
Mehr Unterstützung für Kinder bei psychischen Belastungen
Immer mehr Schülerinnen und Schüler kämpfen mit Stress, Ängsten oder Erschöpfung. In Mecklenburg-Vorpommern wurde deshalb das schulpsychologische Angebot ausgebaut.
Der Zentrale Fachbereich für Diagnostik und Schulpsychologie (ZDS) berät Kinder, Eltern und Lehrkräfte. Mobile Teams unterstützen Schulen direkt vor Ort, zusätzlich wurden weitere Schulpsychologinnen und -psychologen eingesetzt – besonders an Schulen mit erhöhtem Bedarf.
Eine zentrale Leitstelle bietet schnelle Hilfe und vermittelt weiterführende Angebote. Im Schuljahr 2024/2025 gab es dort über 600 Anfragen.
Ergänzend informiert das Land mit Broschüren zur psychischen Gesundheit und ermutigt Kinder und Jugendliche, sich Hilfe zu holen.
Infos und Materialien beim Zentralen Dienst für Diagnostik und Schulpsychologi (ZDS)
Mehr Klassenfahrten für Kinder und Jugendliche in MV
Gute Nachrichten für Familien in Mecklenburg-Vorpommern: Schülerinnen und Schüler können künftig an zwei zusätzlichen Klassenfahrten teilnehmen – eine weitere in der Grundschule und eine in der Orientierungsstufe. Das Land erhöht dafür die finanziellen Mittel deutlich. Im Jahr 2026 stehen rund 1,2 Millionen Euro für Klassenfahrten zur Verfügung, im Vorjahr waren es noch knapp 970.000 Euro.
Mit der Aufstockung sollen gemeinsame Erlebnisse in der Klassengemeinschaft gestärkt werden. Klassenfahrten fördern nicht nur das Lernen außerhalb des Unterrichts, sondern auch Teamgeist, Selbstständigkeit und soziale Kompetenzen.
Auch organisatorisch gibt es Veränderungen: Die Frist zur Beantragung von Klassenfahrten wird vorgezogen. Schulen müssen ihre Planungen künftig bereits Anfang Oktober einreichen. Das schafft mehr Planungssicherheit für Schulen und Familien.
Modellversuch „Globales Lernen“ startet an Schulen in MV
In Mecklenburg-Vorpommern beginnt im zweiten Schulhalbjahr 2025/2026 ein neuer Modellversuch zum Globalen Lernen an den allgemein bildenden Schulen mit Sekundarbereich I.
Der Ansatz „Globales Lernen“ verbindet Unterrichtsinhalte mit Themen wie Nachhaltigkeit, gesellschaftlicher Verantwortung und Weltzusammenhängen. Schulen können sich ab Februar 2026 für die zweijährige Teilnahme bewerben.
Im Fokus stehen fächerverbindendes Lernen, projektorientierte Unterrichtsformen und die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern. Die teilnehmenden Schulen sollen so jungen Menschen ermöglichen, gesellschaftlich relevante Fragen selbstständig zu erkunden und kritisch zu reflektieren. Das Pilotprojekt soll den Unterricht modern ausrichten und globale Perspektiven mit schulischem Alltag verknüpfen.
Weitere Informationen zum Modellversuch und zur Bewerbung gibt es beim Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung.
Bund und Länder einigen sich auf Digitalpakt 2.0
Bund und Länder haben sich auf den neuen Digitalpakt 2.0 zur Digitalisierung der Schulen verständigt. Diese politische Einigung wurde am 18. Dezember 2025 auf der Bildungsministerkonferenz in Berlin getroffen – der formale Unterzeichnungsprozess soll nun starten.
Bis 2030 investieren Bund und Länder gemeinsam insgesamt fünf Milliarden Euro in die digitale Modernisierung des Unterrichts und der Schul-Infrastruktur. Jeweils 2,5 Milliarden Euro stammen vom Bund und von den Ländern, wobei der Bundesanteil größtenteils aus dem Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“ finanziert wird.
Zentrale Ziele des Digitalpakts 2.0 sind neben dem Ausbau digitaler Netze, moderner Endgeräte und zeitgemäßer Lernumgebungen auch vereinfachte Verwaltungsprozesse und eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und kommunalen Schulträgern – mit weniger Bürokratie als bisher.
Bildungsministerin Karin Prien sowie die Ländervertreter*innen betonten, dass der Digitalpakt 2.0 einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Schulen leistet und gleiche digitale Bildungschancen für alle Schülerinnen und Schüler fördern soll.
📌 Startschuss bereits zum 1. Januar 2025: Der vorzeitige Maßnahmenbeginn wurde politisch vereinbart, während der Digitalpakt offiziell bis 2030 läuft.
„Dösbaddel“ ist niederdeutsches Schülerwort des Jahres 2025
Beim ersten Landesfachtag Niederdeutsch wurde das Wort „Dösbaddel“ zum „niederdeutschen Schülerwort des Jahres 2025“ gewählt. Eingereicht wurde es von Schülerinnen und Schülern des Goethe-Gymnasiums Demmin. Der Begriff leitet sich vom Verb „dœsen“ ab und bezeichnet eine verträumte oder leicht tollpatschige Person – jedoch liebevoll gemeint.
Am Wettbewerb beteiligten sich Lernende von 37 Schulen mit Niederdeutsch-Angeboten. Der Fachtag stand unter dem Motto „All tauhop“ und bot pädagogischen Fachkräften neue Impulse für den Einsatz des Niederdeutschen in Kita und Schule. Unterstützt wurde die Veranstaltung vom Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik der Universität Greifswald. Zudem stellte sich die neue Landesbeauftragte für Niederdeutsch, Nadine Koop, vor.
Die Wahl zeigt, dass Niederdeutsch lebendig bleibt und von jungen Menschen aktiv mitgestaltet wird – ein Gewinn für Sprachkultur und regionale Identität.
Mehr Demokratie im Klassenzimmer
Das Bildungsministerium Mecklenburg-Vorpommern setzt im neuen Schuljahr auf mehr Demokratiebildung und direkte Unterstützung für Eltern. Ein Drei-Säulen-Modell soll politische Bildung nicht nur in klassischen Fächern wie Geschichte oder Sozialkunde, sondern auch fächerübergreifend und in der Schulkultur fest verankern. So entstehen Räume, in denen Kinder und Jugendliche lernen, kritisch zu denken, Verantwortung zu übernehmen und demokratische Werte zu leben – etwa durch Klassenräte oder Schülerzeitungen.
Gleichzeitig startet die neue digitale Sprechstunde „Eltern stärken – wir hören zu“ des Zentralen Fachbereichs für Diagnostik und Schulpsychologie. Eltern können sich zweimal im Monat mittwochs zwischen 15:00 und 17:00 Uhr mit ihren Sorgen und Fragen an die überregionale Leitstelle wenden – auch zu sensiblen Themen wie Extremismus. Die Anmeldung erfolgt bis zum Montag vor dem Termin, auf Wunsch ist auch eine telefonische Beratung möglich. Ziel ist es, Eltern niedrigschwellig zu unterstützen und gemeinsam Lösungen für schwierige Situationen zu finden
Zeugnissorgen? Hotline bietet Hilfe
Auch in diesem Jahr richtet das Bildungsministerium vor den Sommerferien wieder ein Zeugnissorgentelefon ein. Ab Montag, 21. Juli 2025, stehen die Fachkräfte des ZDS (Zentraler Fachbereich für Diagnostik und Schulpsychologie) für anonyme Beratung zur Verfügung – für Schüler*innen und Eltern.
Ob Enttäuschung, Angst vor Konflikten zu Hause oder Fragen zur Leistungsverbesserung: Das Team bietet Hilfe, Orientierung und Tipps – eine Woche vor und eine Woche nach der Zeugnisausgabe.
Zeugnissorgentelefon: 0385 588 7987
21. Juli – 1. August 2025
Mo–Fr: 8–18 Uhr, Zeugniswoche auch Sa
Mehr Bücher im Unterricht: Land stärkt Leseförderung
Mecklenburg-Vorpommern weitet die Leseförderung an Schulen aus. Ab dem neuen Schuljahr lesen Grundschülerinnen und -schüler mehr literarische Werke im Unterricht: zwei Bücher in Klasse 1/2, eines in Klasse 3/4. In den Jahrgangsstufen 5 bis 10 stehen künftig zwei Werke pro Schuljahr auf dem Programm. Auch in modernen Fremdsprachen wie Englisch ist ab Klasse 7 eine Lektüre vorgesehen.
Bildungsministerin Simone Oldenburg betont: „Lesen stärkt Konzentration, Wortschatz und Vorstellungskraft – wichtige Grundlagen für den Bildungserfolg.“ Ergänzt wird die Maßnahme durch ein tägliches 20-minütiges Leseband in den Klassen 1 bis 4. Alle Grundschulen erhielten dazu Starter-Bücherpakete und eine Handreichung.
Mit den Neuerungen reagiert das Land auf Studien wie den IQB-Bildungstrend, die eine sinkende Lesekompetenz belegen. Ziel ist es, die Lesefähigkeit zu verbessern und Bildungsgerechtigkeit zu fördern.
Klischeefrei-Quiz-App: Spielerisch gegen Rollenbilder
Mit der Klischeefrei-Quiz-App können Jugendliche, Lehrkräfte und Familien spielerisch gängige Klischees hinterfragen – etwa in den Bereichen Beruf, Familie oder Kultur. In fünf Kategorien lassen sich durch Quizfragen, Rollenspiele und spannende Aufgaben Punkte sammeln und Denkmuster aufdecken.
Ob allein, im Team-Duell oder per Blitzpartie für zwischendurch: Drei Spielmodi sorgen für Abwechslung. Zu jeder Frage gibt es Infos und Fakten, die das Verständnis für Gleichstellung und klischeefreie Berufswahl vertiefen.
Mit Registrierung lassen sich Highscores speichern und Abzeichen wie „Kluges Köpfchen“ oder „Teamplayer*in“ sammeln – in Bronze, Silber oder Gold.
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