Mehr Entlastung für pflegende Angehörige

Das Sozialministerium Mecklenburg-Vorpommern startet ein Investitionsprogramm für Kurzzeitpflege mit insgesamt 4,4 Millionen Euro. Pflegeeinrichtungen können ab sofort Fördermittel beantragen.

Rund 90 % der Pflegebedürftigen im Land werden zu Hause betreut. Kurzzeitpflegeplätze bieten Entlastung – etwa nach einem Krankenhausaufenthalt oder wenn Angehörige eine Pause brauchen. Gefördert werden Neubau, Umbau und Erweiterung solcher Plätze, besonders in Regionen mit bisher geringem Angebot.

Der Förderzeitraum läuft bis Ende 2026. Ziel ist, die Pflegeinfrastruktur zu stärken und pflegende Angehörige spürbar zu entlasten.

Altenpflegepreis 2025 geht nach Stralsund

Zum Europäischen Tag der pflegenden Angehörigen wurde in Schwerin zum 11. Mal der Altenpflegepreis Mecklenburg-Vorpommerns verliehen. Sozialministerin Stefanie Drese würdigte dabei Projekte, die sich in besonderer Weise für Pflegebedürftige und Pflegende engagieren.

Den ersten Platz belegten die Wohlfahrtseinrichtungen der Hansestadt Stralsund mit ihrem Projekt „Blackout – Licht in der WFE, wenn es dunkel wird“. Das Konzept zur Krisenvorsorge zeigt, wie Einrichtungen mit vulnerablen Bewohnerinnen und Bewohnern auf Stromausfälle vorbereitet werden können – mit detaillierten Handlungsplänen und Schulungen für das Personal.

Der zweite Platz ging an das Bildungsinstitut für Gesundheits- und Sozialberufe (BiGS) für die Idee eines „dritten Lernortes“ in der Pflegeausbildung, an dem Lehrende, Praxisanleitende und Auszubildende gemeinsam Theorie und Praxis verknüpfen. Platz drei erhielt das Regionale Berufliche Bildungszentrum Ribnitz-Damgarten für das Projekt „Sprache pflegen“, das nichtmuttersprachliche Azubis unterstützt und generationenübergreifendes Lernen fördert.

Zwei weitere Initiativen – das Projekt GeriCoach der Deutschen Alzheimer Gesellschaft und „Junge Pflege am Sund“ der Diakonie-Pflegedienst gGmbH – erhielten Anerkennungsurkunden.

Der mit insgesamt 5.000 Euro dotierte Altenpflegepreis wird jährlich vom Landespflegeausschuss und dem Sozialministerium verliehen, um innovative und zukunftsorientierte Pflegeprojekte in Mecklenburg-Vorpommern zu ehren.

Altenpflegepreis 2025: Jetzt noch bis 30. Juni bewerben

Bis zum 30. Juni 2025 können sich Einrichtungen, Dienste und Initiativen aus Mecklenburg-Vorpommern für den Altenpflegepreis 2025 bewerben. Der Preis wird vom Sozialministerium gemeinsam mit dem Landespflegeausschuss vergeben und ist mit 5.000 Euro dotiert.

Sozialministerin Stefanie Drese ruft zur Teilnahme auf: „Wir wollen gute und kreative Praxis sichtbar machen und würdigen. Es gibt viele Projekte im Land, die Pflege modern, menschlich und zukunftsorientiert gestalten – diese möchten wir auszeichnen.“

Bewerben können sich ambulante, (teil-)stationäre Einrichtungen und Dienste sowie Bildungsträger und Gruppen aus der Altenpflege.

Gefragt sind Projekte u. a. zu Themen wie:

Drese betont: „Pflege ist ein zentraler Teil der Gesundheitswirtschaft und verdient mehr Sichtbarkeit. Der Preis soll zeigen, wie trotz Herausforderungen gute Pflege gelingen kann.“

Alle Infos zur Bewerbung finden Interessierte auf der Website des Sozialministeriums. Einsendungen sind per E-Mail an altenpflegepreis@sm.mv-regierung.de oder postalisch an die Geschäftsstelle des Landespflegeausschusses MV möglich. Die Auswahl trifft eine Fachjury.

Jetzt neu: Aktualisierter Wiedereinstiegsrechner

Viele Menschen stehen nach der Geburt eines Kindes oder der Pflege von Angehörigen vor der Herausforderung, beruflich wieder Fuß zu fassen. Der Wiedereinstieg bietet viele Vorteile – von fachlicher Weiterentwicklung über finanzielle Unabhängigkeit bis hin zur Absicherung im Alter. Eine hilfreiche Unterstützung bietet der aktualisierte Wiedereinstiegsrechner des Bundesgleichstellungsministeriums.

Mit wenigen Angaben lässt sich abschätzen, welches Gehalt und welche Rentenansprüche im jeweiligen Berufsfeld möglich sind. So können individuelle Perspektiven besser eingeschätzt und konkrete Planungen erleichtert werden. Der Rechner ist Teil des Programms „Gleichstellung am Arbeitsmarkt.Perspektiven schaffen“ (GAPS), das Menschen beim beruflichen Neustart unterstützt – mit Informationen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie zu den Rechten aus dem Entgelttransparenzgesetz.

Landespräventionspreis 2025 "Augen auf! Gewaltprävention in der Pflege"

Gewalt in der Pflege ist komplex und kann Pflegebedürftige ebenso wie Pflegende oder Angehörige treffen. Studien zeigen, dass etwa 90 Prozent der professionellen Pflegekräfte innerhalb eines Jahres Gewalt erlebt haben. Gleichzeitig gaben 70 Prozent an, in diesem Zeitraum auch selbst Gewalt gegenüber Pflegebedürftigen ausgeübt zu haben.

Die Preisträger erhalten im Rahmen des 13. Landespräventionstages „Augen auf! Gewaltprävention in der Pflege“ am 3. Juli 2025 an der Hochschule Neubrandenburg den „Oscar der Kriminalprävention Mecklenburg- Vorpommern“, Urkunden und - Geldprämien in Höhe von insgesamt 3.500 Euro.

Die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger erfolgt durch eine Jury. Einsendeschluss ist der 25. April 2025!

Heute ist Equal Care Day

Equal Care meint die faire und gleichwertige Verteilung von Sorgearbeit; fair nicht nur im Hinblick auf die Verteilung zwischen den Geschlechtern, sondern auch zwischen arm und reich, alt und jung, zugezogen und alteingesessen.

Care-Arbeit ist überwiegend “unsichtbare Arbeit”. Sie wird, genau wie der Schalttag 29. Februar, oft übergangen. Daher findet der Equal Care Day am 29. Februar in Schaltjahren und in allen anderen Jahren am 1. März statt. Der Equal Care Day liegt auch deshalb auf dem 29. Februar, weil Care-Arbeit zu 80% von Frauen übernommenwird, ob im Privaten, im Ehrenamt oder im professionellen Bereich. Männer übernehmen also 20% und brauchen damit vier Mal so lange, um denselben Umfang an Fürsorge- und Care-Arbeit beizutragen.

 

MV entwickelt eigenen Demenzplan

Ziel ist es, an Demenz erkrankte Menschen und ihre Angehörigen künftig noch besser zu unterstützen und proaktiv den Herausforderungen des Krankheitsbildes in einer immer älter werdenden Gesellschaft zu begegnen.

Gemeinsam mit einem breiten Bündnis von Akteuren, das unter anderem Vertreterinnen und Vertreter aus Pflege und Therapie, lokale Demenznetzwerke und Beratungsstrukturen sowie Patientenvertretungen und Betroffene selbst umfasst, soll der neue Demenzplan hierfür landesspezifische Grundlagen schaffen. Auch einen eigenen wissenschaftlichen Beirat habe das Land eingerichtet, die Auftaktsitzung des Gremiums sei für den März geplant.

„Wir setzen hierbei auf Expertise, die es im Land schon gibt. Ob es der Pakt für Pflege ist, innerhalb dessen die Demenzstrategie erarbeitet wird, die vom Land geförderte Landesfachstelle Demenz oder die Unterstützungsangebote der Kommunen – wir sind in MV bereits auf einem guten Weg und wollen dieses Wissen nun besser bündeln, ausbauen und verfestigen“, betonte Drese.

Das ändert sich 2025 in den Bereichen Soziales, Gesundheit und Pflege

Auf Bundes- wie auch auf Landesebene sind mit dem Jahreswechsel gleich mehrere Neuregelungen in den Bereichen Soziales, Gesundheit und Pflege in Kraft getreten. „Insbesondere die Erhöhung von Familien-, Pflege- und Sozialleistungen wird für viele Bürgerinnen und Bürger angesichts der gestiegenen Lebenshaltungskosten eine Entlastung sein“, erklärte Sozialministerin Stefanie Drese.

Zum 1. Januar 2025 treten wichtige Änderungen in Kraft:

Details zu weiteren Neuregelungen finden Sie im Blogartikel "Änderungen 2025".

Deutscher AltenpflegePreis 2024 geht nach MV

Das Caritas Altenpflegeheim St. Nikolaus in Parchim gewann mit dem Projekt „Gemeinsam auf Tour“ den Deutschen Altenpflegepreis 2024. Der Preis des renommierten Fachverlages Vincentz wird jährlich an nur ein einzelnes Konzept deutschlandweit vergeben.

Prämiert wurde der neuartige Ansatz des Pflegeheims, nach dem die starren Wohnbereichsgrenzen im Haus abgeschafft und durch einen kompetenzbasierten Ansatz ersetzt wurden. Hilfskräfte können so bei Menschen mit geringeren Pflegebedarfen zum Beispiel in eigenen Touren selbstständiger arbeiten und Personal mit bestimmten Fachkenntnissen mehr Verantwortung im gesamten Haus übernehmen. Auch die Praxisanleitung konnte aus der täglichen Pflegeroutine herausgelöst werden und unternimmt nun eigene Runden mit den Auszubildenden.

Zudem zeige der Ansatz auch messbare Erfolge für die Belegschaft. So seien die Ausfallzeiten des Personals stark zurückgegangen und es müsse weniger häufig auf einrichtungsfremdes Personal zurückgegriffen werden. Auch die Zufriedenheit der Mitarbeitenden sei gestiegen.

Pflegemesse und Landespflegekongress in Rostock

Vom 10. bis 12. September ist Rostock mit der Pflegemesse und dem darin integrierten Landespflegekongress der Treffpunkt der Pflegebranche aus Mecklenburg-Vorpommern. Beschäftigte im Bereich der Pflege, aber auch Mitarbeiter aus Verwaltungen, Sozialverbänden und Bildungseinrichtungen können sich in dieser Woche auf dem Gelände der HanseMesse informieren, weiterbilden und vernetzen.

Ein Höhepunkt der Pflegemesse und des Landespflegekongresses ist die Verleihung des Altenpflegepreises des Landes durch Sozialministerin Stefanie Drese. Der Altenpflegepreis zeichnet besonders herausragende Ideen und Projekte in der Pflege aus. Gewinner ist das Projekt „Pflege kann was - wenn Generation Z/Alpha einen Wohnbereich leitet“ der Pflegeheim Wohnpark Zippendorf GmbH & Co KG in der Landeshauptstadt Schwerin. (Pressemitteilung; Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport MV; 10.09.2024)

„Wir wollen mit der Verleihung des Altenpflegepreises ganz bewusst die vielen Facetten der Pflege würdigen und ihre gesellschaftliche Bedeutung hervorheben. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es viele Träger und Projekte, die mit innovativen Ideen und kreativen Lösungsansätzen neue Wege in der Pflege beschreiten. Eine fachkundige Jury hat drei von ihnen für den Altenpflegepreis ausgewählt“, verdeutlicht Drese.

Der erstmals über drei Tage stattfindende Pflegekongress beschäftigt sich unter anderem mit Ansätzen zur Sicherstellung der pflegerischen Versorgung, insbesondere auch im dünnbesiedelten ländlichen Raum. Fachkräfte wie auch pflegende Angehörige und anderweitig Interessierte können sich zudem zu Themen wie Palliativversorgung, Hospiz, Demenz und Hygiene informieren, Erfahrungen austauschen und Erkenntnisse für ihre tägliche Arbeit mitnehmen.

Pressemitteilung: Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport MV; 09.09.2024