Plattdeutsch in der Pflege: Neue Broschüre unterstützt Pflegepersonal
Viele ältere Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sind mit der plattdeutschen Sprache aufgewachsen. Für sie ist „Platt“ eng mit Erinnerungen, Heimat und persönlichen Erfahrungen verbunden. Eine neue Broschüre soll Pflegekräfte dabei unterstützen, diese Sprache im Pflegealltag stärker einzubeziehen.
Der Rostocker Klönschnackverein Rostocker 7 hat mit Unterstützung des Landes die Broschüre „Platt in de Pläg“ entwickelt. Die Handreichung enthält eine praxisorientierte Vokabelliste mit plattdeutschen Begriffen und Redewendungen, die im Pflegealltag hilfreich sein können – von der Begrüßung über Gespräche zur Lebensgeschichte bis hin zu typischen Situationen in Betreuung und Arztgesprächen. Die Broschüre richtet sich besonders an Pflegefachkräfte, Auszubildende sowie Einrichtungen der Pflege.
Plattdeutsch kann dabei helfen, schneller Vertrauen aufzubauen und emotionale Nähe zu schaffen. Gerade für ältere Menschen oder Personen mit Demenz kann die vertraute Sprache Sicherheit geben und den Austausch erleichtern.
Die Broschüre „Platt in de Pläg“ kann heruntergeladen werden und steht Interessierten kostenlos zur Verfügung (Download).
Neue Pflegemedaille für Angehörige in MV
Mecklenburg-Vorpommern führt eine Landes-Pflegemedaille ein, um Menschen zu würdigen, die ihre Angehörigen zu Hause pflegen. Damit soll das oft jahrelange, unentgeltliche Engagement in Familien sichtbar anerkannt werden.
Ausgezeichnet werden können Personen, die
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privat und unentgeltlich pflegen,
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überwiegend im häuslichen Umfeld unterstützen und
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sich über einen längeren Zeitraum engagieren.
Die erste Verleihung findet am 12. Mai 2026 (Internationaler Tag der Pflegenden) in Schwerin statt. Vorschläge können bis 27. März 2026 eingereicht werden. Eine Eigenbewerbung ist nicht möglich.
Vorschlagsberechtigt sind unter anderem Privatpersonen, Verbände, Kommunen und Selbsthilfegruppen.
Der Vorschlag ist zu senden an das
Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport
Abteilung 3, Referat IX 330,
Werderstraße 124,
19055 Schwerin
oder per E-Mail an pflegemedaille@sm.mv-regierung.de
Zwei neue Landesgesetze stärken soziale Angebote
Zum 1. Januar 2026 sind in Mecklenburg-Vorpommern das Kinderschutzstrukturgesetz und das Wohnformen- und Teilhabegesetz (WoTG M-V) in Kraft getreten (siehe Pressemitteilung Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport MV).
Mit dem neuen Kinderschutzstrukturgesetz gibt es erstmals ein eigenständiges Landesgesetz zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Es stärkt die Zusammenarbeit im Kinderschutz, verbessert die Qualifizierung von Fachkräften und verankert verbindliche Kinderschutzkonzepte in Einrichtungen.
Das Wohnformen- und Teilhabegesetz schafft einen modernen Rahmen für Pflege- und Betreuungswohnformen. Es berücksichtigt unterschiedliche Lebenssituationen, stärkt den Verbraucherschutz und baut Bürokratie ab.
Mehr Entlastung für pflegende Angehörige
Das Sozialministerium Mecklenburg-Vorpommern startet ein Investitionsprogramm für Kurzzeitpflege mit insgesamt 4,4 Millionen Euro. Pflegeeinrichtungen können ab sofort Fördermittel beantragen.
Rund 90 % der Pflegebedürftigen im Land werden zu Hause betreut. Kurzzeitpflegeplätze bieten Entlastung – etwa nach einem Krankenhausaufenthalt oder wenn Angehörige eine Pause brauchen. Gefördert werden Neubau, Umbau und Erweiterung solcher Plätze, besonders in Regionen mit bisher geringem Angebot.
Der Förderzeitraum läuft bis Ende 2026. Ziel ist, die Pflegeinfrastruktur zu stärken und pflegende Angehörige spürbar zu entlasten.
Altenpflegepreis 2025 geht nach Stralsund
Zum Europäischen Tag der pflegenden Angehörigen wurde in Schwerin zum 11. Mal der Altenpflegepreis Mecklenburg-Vorpommerns verliehen. Sozialministerin Stefanie Drese würdigte dabei Projekte, die sich in besonderer Weise für Pflegebedürftige und Pflegende engagieren.
Den ersten Platz belegten die Wohlfahrtseinrichtungen der Hansestadt Stralsund mit ihrem Projekt „Blackout – Licht in der WFE, wenn es dunkel wird“. Das Konzept zur Krisenvorsorge zeigt, wie Einrichtungen mit vulnerablen Bewohnerinnen und Bewohnern auf Stromausfälle vorbereitet werden können – mit detaillierten Handlungsplänen und Schulungen für das Personal.
Der zweite Platz ging an das Bildungsinstitut für Gesundheits- und Sozialberufe (BiGS) für die Idee eines „dritten Lernortes“ in der Pflegeausbildung, an dem Lehrende, Praxisanleitende und Auszubildende gemeinsam Theorie und Praxis verknüpfen. Platz drei erhielt das Regionale Berufliche Bildungszentrum Ribnitz-Damgarten für das Projekt „Sprache pflegen“, das nichtmuttersprachliche Azubis unterstützt und generationenübergreifendes Lernen fördert.
Zwei weitere Initiativen – das Projekt GeriCoach der Deutschen Alzheimer Gesellschaft und „Junge Pflege am Sund“ der Diakonie-Pflegedienst gGmbH – erhielten Anerkennungsurkunden.
Der mit insgesamt 5.000 Euro dotierte Altenpflegepreis wird jährlich vom Landespflegeausschuss und dem Sozialministerium verliehen, um innovative und zukunftsorientierte Pflegeprojekte in Mecklenburg-Vorpommern zu ehren.
Altenpflegepreis 2025: Jetzt noch bis 30. Juni bewerben
Bis zum 30. Juni 2025 können sich Einrichtungen, Dienste und Initiativen aus Mecklenburg-Vorpommern für den Altenpflegepreis 2025 bewerben. Der Preis wird vom Sozialministerium gemeinsam mit dem Landespflegeausschuss vergeben und ist mit 5.000 Euro dotiert.
Sozialministerin Stefanie Drese ruft zur Teilnahme auf: „Wir wollen gute und kreative Praxis sichtbar machen und würdigen. Es gibt viele Projekte im Land, die Pflege modern, menschlich und zukunftsorientiert gestalten – diese möchten wir auszeichnen.“
Bewerben können sich ambulante, (teil-)stationäre Einrichtungen und Dienste sowie Bildungsträger und Gruppen aus der Altenpflege.
Gefragt sind Projekte u. a. zu Themen wie:
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neue Versorgungs- oder Organisationsformen
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digitale Lösungen und Pflegevernetzung
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Mitarbeitergewinnung und Gesundheitsförderung
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Einbindung von Ehrenamt und Angehörigen
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Kooperationsprojekte zwischen Praxis und Ausbildung
Drese betont: „Pflege ist ein zentraler Teil der Gesundheitswirtschaft und verdient mehr Sichtbarkeit. Der Preis soll zeigen, wie trotz Herausforderungen gute Pflege gelingen kann.“
Alle Infos zur Bewerbung finden Interessierte auf der Website des Sozialministeriums. Einsendungen sind per E-Mail an altenpflegepreis@sm.mv-regierung.de oder postalisch an die Geschäftsstelle des Landespflegeausschusses MV möglich. Die Auswahl trifft eine Fachjury.
Jetzt neu: Aktualisierter Wiedereinstiegsrechner
Viele Menschen stehen nach der Geburt eines Kindes oder der Pflege von Angehörigen vor der Herausforderung, beruflich wieder Fuß zu fassen. Der Wiedereinstieg bietet viele Vorteile – von fachlicher Weiterentwicklung über finanzielle Unabhängigkeit bis hin zur Absicherung im Alter. Eine hilfreiche Unterstützung bietet der aktualisierte Wiedereinstiegsrechner des Bundesgleichstellungsministeriums.
Mit wenigen Angaben lässt sich abschätzen, welches Gehalt und welche Rentenansprüche im jeweiligen Berufsfeld möglich sind. So können individuelle Perspektiven besser eingeschätzt und konkrete Planungen erleichtert werden. Der Rechner ist Teil des Programms „Gleichstellung am Arbeitsmarkt.Perspektiven schaffen“ (GAPS), das Menschen beim beruflichen Neustart unterstützt – mit Informationen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie zu den Rechten aus dem Entgelttransparenzgesetz.
Landespräventionspreis 2025 "Augen auf! Gewaltprävention in der Pflege"
Gewalt in der Pflege ist komplex und kann Pflegebedürftige ebenso wie Pflegende oder Angehörige treffen. Studien zeigen, dass etwa 90 Prozent der professionellen Pflegekräfte innerhalb eines Jahres Gewalt erlebt haben. Gleichzeitig gaben 70 Prozent an, in diesem Zeitraum auch selbst Gewalt gegenüber Pflegebedürftigen ausgeübt zu haben.
Die Preisträger erhalten im Rahmen des 13. Landespräventionstages „Augen auf! Gewaltprävention in der Pflege“ am 3. Juli 2025 an der Hochschule Neubrandenburg den „Oscar der Kriminalprävention Mecklenburg- Vorpommern“, Urkunden und - Geldprämien in Höhe von insgesamt 3.500 Euro.
Die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger erfolgt durch eine Jury. Einsendeschluss ist der 25. April 2025!
Equal Care meint die faire und gleichwertige Verteilung von Sorgearbeit; fair nicht nur im Hinblick auf die Verteilung zwischen den Geschlechtern, sondern auch zwischen arm und reich, alt und jung, zugezogen und alteingesessen.
Care-Arbeit ist überwiegend “unsichtbare Arbeit”. Sie wird, genau wie der Schalttag 29. Februar, oft übergangen. Daher findet der Equal Care Day am 29. Februar in Schaltjahren und in allen anderen Jahren am 1. März statt. Der Equal Care Day liegt auch deshalb auf dem 29. Februar, weil Care-Arbeit zu 80% von Frauen übernommenwird, ob im Privaten, im Ehrenamt oder im professionellen Bereich. Männer übernehmen also 20% und brauchen damit vier Mal so lange, um denselben Umfang an Fürsorge- und Care-Arbeit beizutragen.
MV entwickelt eigenen Demenzplan
Ziel ist es, an Demenz erkrankte Menschen und ihre Angehörigen künftig noch besser zu unterstützen und proaktiv den Herausforderungen des Krankheitsbildes in einer immer älter werdenden Gesellschaft zu begegnen.
Gemeinsam mit einem breiten Bündnis von Akteuren, das unter anderem Vertreterinnen und Vertreter aus Pflege und Therapie, lokale Demenznetzwerke und Beratungsstrukturen sowie Patientenvertretungen und Betroffene selbst umfasst, soll der neue Demenzplan hierfür landesspezifische Grundlagen schaffen. Auch einen eigenen wissenschaftlichen Beirat habe das Land eingerichtet, die Auftaktsitzung des Gremiums sei für den März geplant.
„Wir setzen hierbei auf Expertise, die es im Land schon gibt. Ob es der Pakt für Pflege ist, innerhalb dessen die Demenzstrategie erarbeitet wird, die vom Land geförderte Landesfachstelle Demenz oder die Unterstützungsangebote der Kommunen – wir sind in MV bereits auf einem guten Weg und wollen dieses Wissen nun besser bündeln, ausbauen und verfestigen“, betonte Drese.