Zehnte Altersberichtskommission startet mit Arbeit

Die Bundesregierung hat die Zehnte Altersberichtskommission eingesetzt. Unter Leitung von Bundesseniorenministerin Karin Prien wird sich die Kommission mit dem Thema Bildung und Lernen im Alter befassen. Im Mittelpunkt stehen non-formale und informelle Lernformen sowie Fragen der kognitiven Entwicklung im Alter. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Untersuchung von Bildungsungleichheiten – etwa wie Einkommen, Gesundheit oder bisherige Bildungschancen den Zugang zu Weiterbildung im Alter beeinflussen.

Ziel ist es, Handlungsempfehlungen zu entwickeln, damit ältere Menschen bessere Lernmöglichkeiten erhalten und stärker am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Lernen soll damit auch im höheren Lebensalter ein Schlüssel zu persönlicher Entwicklung, Teilhabe und Lebensqualität bleiben.

Inklusion an Schulen: Mehr Zeit für Qualität

Mecklenburg-Vorpommern setzt seine Strategie für ein inklusives Schulsystem weiterhin mit Augenmaß um. Der Zeitraum für den Ausbau inklusiver Bildungsangebote wird um drei Jahre bis zum 31. Juli 2030 verlängert. „Wir setzen auf Qualität statt Schnelligkeit – das verschafft insbesondere den Kommunen als Schulträgern mehr Zeit für bauliche Maßnahmen“, betonte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

Auch künftig wird es ein Netz von Förderschulen sowie flächendeckende Förderangebote in eigenständigen Lerngruppen geben. Ab dem Schuljahr 2027/28 sollen Lerngruppen Lernen schrittweise in den Regelschulen aufgebaut und die Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen bis 2030 organisatorisch aufgehoben werden.

Ein wichtiger Baustein der Inklusionsstrategie ist die Arbeit in multiprofessionellen Teams, deren Erfolg sich in einer landesweiten Evaluation deutlich zeigte. Zudem wurden bislang 296 zusätzliche Stellen sowie 240 Alltagshilfen geschaffen, um Lehrkräfte zu entlasten und Kinder bestmöglich zu fördern.

„Wir brauchen diese Ressourcen dringend“, so Ministerin Oldenburg weiter. „Gerade nach der Corona-Pandemie sehen wir wachsende Herausforderungen und einen steigenden Förderbedarf.“

Weitere Informationen finden sich auf den Seiten des Bildungsministeriums MV.

Mit Praxiserfahrungen zum Schulabschluss

Das Land will zum kommenden Schuljahr das Produktive Lernen ausbauen, damit noch mehr Schülerinnen und Schüler daran teilnehmen können und die Chance auf einen bundesweit anerkannten Schulabschluss haben.

Im laufenden Schuljahr besuchen in Mecklenburg-Vorpommern 518 Schülerinnen und Schüler das Produktiven Lernen. „Das Produktive Lernen ist ein attraktives Angebot für Jugendliche, denen das abstrakte Lernen in der Schule schwerfällt“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Sie lernen an drei Tagen in Betrieben und Einrichtungen sowohl praktisch als auch theoretisch. An zwei Tagen in der Woche besuchen sie die Schule. Das Produktive Lernen ist an unseren Schulen seit vielen Jahren fest etabliert. Derzeit bieten es 22 Regionale Schulen und Gesamtschulen an“, so Oldenburg. Neben dem Produktiven Lernen gibt es noch das ähnlich gelagerte Angebot „Berufsreife dual. Im laufenden Schuljahr besuchen 152 Jugendliche an 11 Schulen dieses Angebot.

„Wir werden in diesem Jahr das Produktive Lernen und den Modellversuch ‚Berufsreife dual‛ zusammenführen und zur ‚Praxisorientierten Berufsreife‛ weiterentwickeln“, kündigte Bildungsministerin Simone Oldenburg an. „Der Unterricht soll dann in Schulhalbjahren erfolgen. Vorgesehen ist auch, dass die Schülerinnen und Schüler an drei Tagen in der Woche die Schule besuchen und an zwei Tagen einen Betrieb oder eine Einrichtung. Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die die Jahrgangsstufe 7 beendet haben oder – auch das ist neu – bereits ein Mindestalter von 14 Jahren erreicht haben“, erläuterte Oldenburg.

Geplant ist, dass das neue Angebot „Praxisorientierte Berufsreife“ zum Schuljahr 2025/2026 startet.

Gesundweiser – spielend.digital.kompetent

Sind die Antworten von „Dr. Google“ verlässlich? Was sagen die Werte einer Gesundheitsapp aus? Und: Wie kann man sich vor den Schattenseiten des digitalen Lebens schützen? Diese Fragen stellen sich auch die Protagonisten des Gesundweisers. Gemeinsam mit ihnen lernen die Teilnehmenden, wie sie die Digitalisierung für die eigene Gesundheit nutzen können - durch anschauliche Übungen und realistische Beispiele.

Mit dem online-Lehrangebot „Gesundweiser“ werden nötige Kompetenzen im digitalen Bereich gefördert, sodass schon Kinder und Jugendliche lernen, die Vielfalt der digitalen Möglichkeiten für die eigene Gesundheit einzusetzen. Die Lernplattform „Gesundweiser" ist kostenlos und werbefrei und kann als rein digitales „Set-up" ortsunabhängig verwendet werden.

Kompetenzzentrum „Lernen durch Engagement“

Pressemitteilung: Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung; 21. Juni 2024

„Beim ‚Lernen durch Engagement‛ setzen sich Schülerinnen und Schüler für das Gemeinwohl ein“, erläuterte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Sie bringen gemeinsam Projekte auf den Weg, engagieren sich bestmöglich nach ihren eigenen Fertig- und Fähigkeiten und setzen sich für andere ein. All das trägt dazu bei, die Demokratiekompetenzen der Kinder und Jugendlichen zu stärken. ‚Lernen durch Engagement‛ ist wichtig für eine starke demokratische Zivilgesellschaft. Wie erfolgreich das sein kann, können die Schülerinnen und Schüler der Grundschule ‚Käthe Kollwitz‛ in Waren (Müritz), der Regionalen Schule Burg Stargard, des Regionalen Beruflichen Bildungszentrums Wirtschaft und Verwaltung Schwerin, des Fritz-Greve-Gymnasiums Malchin und der Warbelschule in Gnoien berichten. Sie sind kürzlich mit dem Ehrenamtspreis MV 2024 für ‚Lernen durch Engagement‛-Projekte ausgezeichnet worden“, so Oldenburg.

Seit 2017 wird die Verbreitung der Lern- und Lehrform „Lernen durch Engagement“ in Mecklenburg-Vorpommern durch eine Initiative getragen. Diesem zivilgesellschaftlichen Zusammenschluss gehören die Stiftung für Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement in Mecklenburg-Vorpommern, die NORDMETALL-Stiftung, die Freudenberg Stiftung, die Stiftung Lernen durch Engagement und die RAA – Demokratie und Bildung Mecklenburg-Vorpommern e. V. an. Seit 2020 beteiligt sich auch das Bildungsministerium.

„Lernen durch Engagement“ als Form des handlungsorientierten Projektunterrichts gibt es mittlerweile an 22 Schulen in Mecklenburg-Vorpommern.

Initiative "DigitalPakt Alter"

Älteren Menschen fehlt es häufig an spezifischem Wissen, an ratgebender Unterstützung und an Geld für Geräte, um auch digital am Leben teilzunehmen. Deshalb starten das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und die BAGSO - Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen gemeinsam mit den Partnern Bitkom und der Bundesvereinigung kommunaler Spitzenverbände die Initiative. Der DigitalPakt Alter greift dabei die im Achten Altersbericht genannten Herausforderungen auf: Ältere Menschen sollen beim Einstieg und im Umgang mit digitalen Medien unterstützt werden und geeignete Lernangebote erhalten.

Was tun Unternehmen, um ältere Verbraucherinnen und Verbraucher bei der Digitalisierung ihrer Produkte und Dienstleistungen in vorbildlicher Weise „mitzunehmen“? Der Unternehmenswettbewerb Seniorenfreundlich.Digital.Erfolgreich im Rahmen des DigitalPakts Alter soll Antworten auf diese Frage zutage fördern. Dabei soll die gesamte Spanne seniorengerechter und nutzerfreundlicher Produkte und Services abgedeckt sein: niedrigschwellige Einsteigerlösungen ebenso wie Produkte und Services für Ältere mit fortgeschrittenen digitalen Kompetenzen. Aber auch besonders seniorenfreundliche analoge Alternativen, die Brücken zu digitalen Lösungen schlagen, können eingereicht werden. Interessierte Unternehmen können sich bis zum 31. Oktober 2021 bewerben. Im Anschluss sichtet die Jury alle Bewerbungen und vergibt mindestens drei Preise. Darüber hinaus hat sie die Möglichkeit, Sonderpreise für herausragende digitale Lösungen in einem speziellen Bereich zu verleihen.