JIM-Studie 2025: KI im Alltag, Smartphone im Dauereinsatz
Die neue JIM-Studie 2025 zeigt: Künstliche Intelligenz ist für Jugendliche zu einem festen Alltagswerkzeug geworden. 74 % der 12- bis 19-Jährigen nutzen KI regelmäßig für Schulaufgaben, 70 % zur Informationssuche – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. ChatGPT liegt dabei bereits hinter klassischen Suchmaschinen auf Platz 2 der Recherchetools. Doch obwohl mehr als die Hälfte KI als verlässliche Unterstützung empfindet, warnen Expert*innen vor Fehlinformationen und betonen die Bedeutung von Qualitätsjournalismus.
Gleichzeitig wächst die Belastung durch intensive Smartphone-Nutzung. Die Bildschirmzeit liegt im Schnitt bei vier Stunden täglich, bei älteren Jugendlichen bei über viereinhalb Stunden. 68 % fällt es schwer, die eigene Nutzung zu regulieren. Besonders abends wirkt sich das aus: Rund ein Drittel berichtet von Müdigkeit am Morgen, weil das Smartphone zu spät weggelegt wird. Offline-Zeiten empfinden viele zwar als wohltuend – doch nur ein Teil schaltet das Gerät bewusst ab.
Bei den Apps bleibt WhatsApp unangefochten auf Platz eins. Snapchat und Instagram folgen, TikTok liegt dahinter. Social Media dient Jugendlichen nicht nur der Unterhaltung: Viele informieren sich dort über Nachrichten, vor allem zu Themen wie Krieg, Klimawandel, Politik und internationalen Entwicklungen.
Auch das Zukunftsbild junger Menschen bleibt gespalten: Während persönliche Fortschritte – Ausbildungswege, Studium oder der Schritt in die Selbstständigkeit – Zuversicht wecken, sorgen sich viele stark um die Weltlage und internationale Konflikte.
Die JIM-Studie wird jährlich vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs) durchgeführt und bildet seit 1998 das Medienverhalten Jugendlicher in Deutschland ab. Alle Ausgaben sind unter www.mpfs.de verfügbar.
KI im Klassenzimmer: „FelloFish“-Pilotprojekt startet in MV
Ab dem Schuljahr 2025/2026 erprobt Mecklenburg-Vorpommern an 16 Schulen das KI-gestützte Feedbacksystem „FelloFish“. Ziel ist es, Schülerinnen und Schülern automatisierte Rückmeldungen zu ihrem Lernfortschritt zu geben – vor allem im Bereich Schreiben.
„Wir prüfen, wie Künstliche Intelligenz sinnvoll in der Schule eingesetzt werden kann“, so Bildungsministerin Simone Oldenburg. Lehrkräfte erstellen Aufgaben mit klaren Feedbackkriterien, auf deren Basis das Tool Rückmeldungen gibt – inklusive Grammatik- und Rechtschreibprüfung. Auch Lehrkräfte erhalten Hinweise zu Stärken und Förderbedarfen ihrer Klassen.
„Kinder brauchen Feedback beim Lernen. KI kann hier entlasten und gleichzeitig Motivation fördern“, betonte Oldenburg.
„FelloFish“ ist datenschutzkonform und kann über die VIDIS-Schnittstelle in bestehende Systeme eingebunden werden. Der Zugang erfolgt dann über einen zentralen Login.
In jedem Schulamtsbereich nehmen vier Schulen teil – von der Grundschule bis zur Förderschule. Die Auswahl erfolgt im laufenden Schuljahr. Begleitet wird das Projekt vom Bildungsministerium.
JIM-Studie 2024 veröffentlicht
Die JIM-Studie 2024 vom Medienpädagogischen Forschungsverband Südwest (mpfs) zeigt, dass KI-Technologien wie ChatGPT, Snapchat KI, Google KI und DALL-E von etwa zwei Dritteln der Jugendlichen genutzt werden, vor allem für schulische Zwecke (zwei Drittel), Unterhaltung (52 %) und Informationssuche (43 %). Die Studie wird gemeinsam von der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK), der Medienanstalt Rheinland-Pfalz und dem Südwestrundfunk (SWR) durchgeführt. Die JIM-Studie wird seit 1998 jährlich durchgeführt und bietet umfassende Einblicke in das Medienverhalten Jugendlicher in Deutschland.
Zunahme problematischer Inhalte: 61 % der Jugendlichen berichten von Kontakt mit Fake News, ein Anstieg von 42 % (2021). Auch beleidigende Kommentare (57 %) und extreme politische Ansichten (54 %) nehmen zu. Fast ein Drittel der Jugendlichen hat sexuelle Belästigung im Netz erlebt, vor allem auf Instagram.
Soziale Medien und Nachrichten: Plattformen wie WhatsApp, Instagram, TikTok und Snapchat prägen den Alltag der Jugendlichen. Neben persönlicher Kommunikation sind sie wichtige Informationsquellen: Rund ein Drittel informiert sich über Instagram, YouTube und TikTok über aktuelle Ereignisse.
Nachrichteninteresse und Belastung: 83 % der Jugendlichen interessieren sich für Nachrichten, aber viele fühlen sich von negativen Meldungen belastet.
Smartphone-Nutzung: Das Smartphone bleibt das zentrale Medium, wird aber kritisch reflektiert: Zwei Drittel verbringen mehr Zeit am Handy als geplant, und zwei Fünftel erleben Ablenkungen bei Aufgaben. Gleichzeitig genießen 59 % auch Offline-Zeit.