Impulse für eine jugendgerechte Zukunft in MV

Die Enquetekommission „Jung sein in Mecklenburg-Vorpommern“ hat ihre Arbeit abgeschlossen und Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Jugendpolitik im Land vorgelegt. Die Ergebnisse sollen als Grundlage dienen, um die Lebensbedingungen und Teilhabemöglichkeiten junger Menschen weiter zu verbessern.

Besonders hervorgehoben wurde die breite Beteiligung von Wissenschaft, Praxis und jungen Menschen selbst. Über den Beteiligungsprozess „#mitmischenMV“ konnten Kinder und Jugendliche ihre Perspektiven und Erfahrungen direkt einbringen.

Die Kommission befasste sich unter anderem mit den Themen politische Beteiligung, Freizeit- und Begegnungsangebote, Bildung, Gesundheit sowie demokratische Mitgestaltung. Die Empfehlungen sollen dazu beitragen, bestehende Strukturen weiterzuentwickeln und jungen Menschen in Stadt und Land gute Chancen auf Teilhabe und Engagement zu bieten.

Die Landesregierung sieht die Ergebnisse als wichtige Impulse für die künftige Ausgestaltung der Jugendpolitik in Mecklenburg-Vorpommern.

Starke Kinder und Familien im Fokus

Auf der diesjährigen Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK) haben die Länder wichtige Impulse für ein gutes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen gesetzt. Im Mittelpunkt standen die Förderung von Medienkompetenz, die Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe sowie Maßnahmen gegen Einsamkeit.

Ein Schwerpunkt war der Umgang mit digitalen Medien. Kinder und Jugendliche sollen dabei unterstützt werden, digitale Chancen sicher zu nutzen und Risiken frühzeitig zu erkennen. Dafür sollen Medienbildung und der Schutz von Kindern im digitalen Raum weiter gestärkt werden. Auch Eltern und Fachkräfte spielen dabei eine wichtige Rolle.

Darüber hinaus sprachen sich die Länder für eine stärkere Kinder- und Jugendhilfe mit mehr präventiven Angeboten aus. Ein weiteres wichtiges Thema war die Bekämpfung von Einsamkeit. Begegnungsorte wie Mehrgenerationenhäuser, Vereine und andere soziale Angebote sollen dazu beitragen, Menschen miteinander zu vernetzen und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.

Neuer Bericht zu Social Media und Influencern

Influencerinnen und Influencer spielen im Alltag vieler Kinder und Jugendlicher eine große Rolle. Sie prägen Trends, Meinungen und oft auch politische Haltungen. Der neue Jugendmedienschutz- und Medienkompetenzbericht 2026 der Landesmedienanstalten beschäftigt sich damit, welche Chancen und Risiken soziale Medien für junge Menschen mit sich bringen.

Unter dem Titel „#FollowMe!? — Social Media, Influencing und Verantwortung“ wird untersucht, wie Influencing funktioniert, welche Rolle Algorithmen und Geschäftsmodelle der Plattformen spielen und wie Inhalte junge Nutzerinnen und Nutzer beeinflussen können. Auch Themen wie digitale Gewalt, Extremismus oder KI-generierte Inhalte werden betrachtet.

Gleichzeitig zeigt der Bericht Wege auf, wie Medienkompetenz gestärkt werden kann. Praxisbeispiele aus der Bildungsarbeit zeigen, wie Kinder und Jugendliche lernen können, Inhalte kritisch zu hinterfragen und soziale Medien verantwortungsvoll zu nutzen.

Der Bericht richtet sich an Fachkräfte, Bildungseinrichtungen und Eltern und bietet Orientierung im Umgang mit der digitalen Medienwelt.

Kleiner Philosoph hilft Kindern beim Umgang mit Stress

Ein kleiner Philosoph zeigt Kindern mit neuen Film- und Begleitmaterialien, wie sie Stress erkennen und besser damit umgehen können. Das Angebot wurde vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) entwickelt.

Der Animationsfilm und die ergänzenden Materialien richten sich vor allem an Grundschulkinder und vermitteln alltagstaugliche Strategien zur Stärkung von Resilienz und Selbstvertrauen. Die Inhalte eignen sich für den Einsatz zu Hause, in Schule, Kita und Gruppenangeboten.

👉 Weitere Informationen unter: Bundesminsterium für Bildung, Familie, Frauen, Senioren und Jugend

JIM-Studie 2025: KI im Alltag, Smartphone im Dauereinsatz

Die neue JIM-Studie 2025 zeigt: Künstliche Intelligenz ist für Jugendliche zu einem festen Alltagswerkzeug geworden. 74 % der 12- bis 19-Jährigen nutzen KI regelmäßig für Schulaufgaben, 70 % zur Informationssuche – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. ChatGPT liegt dabei bereits hinter klassischen Suchmaschinen auf Platz 2 der Recherchetools. Doch obwohl mehr als die Hälfte KI als verlässliche Unterstützung empfindet, warnen Expert*innen vor Fehlinformationen und betonen die Bedeutung von Qualitätsjournalismus.

Gleichzeitig wächst die Belastung durch intensive Smartphone-Nutzung. Die Bildschirmzeit liegt im Schnitt bei vier Stunden täglich, bei älteren Jugendlichen bei über viereinhalb Stunden. 68 % fällt es schwer, die eigene Nutzung zu regulieren. Besonders abends wirkt sich das aus: Rund ein Drittel berichtet von Müdigkeit am Morgen, weil das Smartphone zu spät weggelegt wird. Offline-Zeiten empfinden viele zwar als wohltuend – doch nur ein Teil schaltet das Gerät bewusst ab.

Bei den Apps bleibt WhatsApp unangefochten auf Platz eins. Snapchat und Instagram folgen, TikTok liegt dahinter. Social Media dient Jugendlichen nicht nur der Unterhaltung: Viele informieren sich dort über Nachrichten, vor allem zu Themen wie Krieg, Klimawandel, Politik und internationalen Entwicklungen.

Auch das Zukunftsbild junger Menschen bleibt gespalten: Während persönliche Fortschritte – Ausbildungswege, Studium oder der Schritt in die Selbstständigkeit – Zuversicht wecken, sorgen sich viele stark um die Weltlage und internationale Konflikte.

Die JIM-Studie wird jährlich vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs) durchgeführt und bildet seit 1998 das Medienverhalten Jugendlicher in Deutschland ab. Alle Ausgaben sind unter www.mpfs.de verfügbar.

Neuer Suchtbericht: Alkohol und Mischkonsum im Fokus

Gesundheitsministerin Stefanie Drese und Birgit Grämke (LAKOST) haben den Suchtbericht 2024 vorgestellt. In Mecklenburg-Vorpommern suchten 8.850 Menschen Hilfe wegen eigener Suchtproblematik – 290 mehr als im Vorjahr. Weitere 923 Angehörige nutzten Beratungsangebote.

Alkohol bleibt mit knapp 60 % der Fälle das größte Problem, gefolgt von Cannabis und wachsendem Mischkonsum. Auffällig ist das sehr frühe Einstiegsalter: Rund 75 % der heutigen Klient*innen hatten ihren ersten Alkoholkonsum vor dem 14. Lebensjahr.

Viele Betroffene seien erwerbstätig und suchten erst spät Unterstützung, so Grämke – ein klarer Hinweis, dass Sucht „mitten in der Gesellschaft“ stattfindet. Drese fordert deshalb mehr Prävention und einen Kulturwandel im Umgang mit Alkohol und anderen Suchtmitteln.

Sportjugend M-V rückt psychische Gesundheit in den Fokus

Die Sportjugend Mecklenburg-Vorpommern hat das Thema psychische Gesundheit junger Menschen in den Mittelpunkt ihrer jüngsten Beiratssitzung gestellt. Sport-Staatssekretärin Sylvia Grimm begrüßte das Engagement: „Gerade an der Basis braucht es Wissen und Aufklärung. Tabuisierung und Stigmatisierung psychischer Belastungen sind im Sport leider noch verbreitet.“

Grimm betonte, dass Sport jungen Menschen Halt, Gemeinschaft und Entlastung bieten könne – besonders in Zeiten von Leistungsdruck und gesellschaftlichen Krisen. Das Land Mecklenburg-Vorpommern fördert verschiedene Projekte in diesem Bereich, darunter das Präventionsprogramm „Verrückt? Na und!“ mit jährlich 150.000 Euro sowie das Projekt KipsFam zur Unterstützung von Kindern aus psychisch und/oder suchtbelasteten Familien.

Die Sportjugend M-V, mit über 100.000 Mitgliedern die größte Jugendorganisation des Landes, engagiert sich seit 1990 für die Umsetzung jugendhilfepolitischer Ziele im und durch Sport.

Mobbing bleibt ein Tabuthema

Fast jede*r zweite Jugendliche in Deutschland ist von Mobbing betroffen. Besonders besorgniserregend: Knapp 80 Prozent der Jugendlichen, die gemobbt werden, sprechen selten oder gar nicht über ihre Erfahrungen – meist aus Angst, Scham oder Hoffnungslosigkeit. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle repräsentative Online-Befragung, die die Aktion Mensch anlässlich ihrer neuen Kampagne gegen Mobbing und Ausgrenzung durchgeführt hat.

Ein eklatanter Unterschied zeigt sich zwischen jungen Menschen mit und ohne Behinderung: Drei von vier Jugendliche mit Behinderung (75 Prozent) haben bereits Mobbing-Erfahrungen gemacht, bei Gleichaltrigen ohne Behinderung ist es knapp die Hälfte (46 Prozent). Zu den bei jungen Menschen bekanntesten Hilfsangeboten bei Mobbing zählen laut den Ergebnissen vor allem anonyme und niedrigschwellige Beratungsstellen wie die Telefonseelsorge oder Nummer gegen Kummer e.V.

Begleitend zur Kampagne startet die Aktion Mensch am 1. Oktober 2025 ihre neue Förderaktion „Zeichen setzen! Für mehr Respekt und Vielfalt“. Mit einem Fördervolumen von fünf Millionen Euro sollen Projekte unterstützt werden, die Jugendliche befähigen, Mobbing und Ausgrenzung zu erkennen, selbstbewusst zu handeln und sich aktiv für ein respektvolles, inklusives Miteinander einzusetzen – in der Schule, in der Freizeit und in der digitalen Welt.

Weltdrogentag: MV stärkt Aufklärung für Jugendliche

Zum Weltdrogentag am 26. Juni 2025 ruft Gesundheitsministerin Stefanie Drese zu mehr Aufklärung über Drogenrisiken auf. „Ob Alkohol, Cannabis oder synthetische Drogen – gerade junge Menschen unterschätzen oft die Folgen“, so Drese. Besonders hoch sei das Risiko, in eine Abhängigkeit zu geraten.

Gemeinsam mit der LAKOST hat das Sozialministerium neue Maßnahmen gestartet:

Dafür stellt das Land 280.000 Euro zusätzlich bereit.

Beim Fusion-Festival kommt erneut Drug-Checking zum Einsatz. Ziel: Mit Konsumierenden ins Gespräch kommen, aufklären und gefährliche Substanzen erkennen.

Drese betont: „Sich Hilfe zu holen ist keine Schwäche.“ Neben 25 Suchtberatungsstellen im Land gibt es Online-Angebote wie:

„bunt statt blau“: Kreativer Protest gegen Komasaufen

Mehr als 7.000 Jugendliche beteiligten sich 2025 bundesweit am DAK-Plakatwettbewerb „bunt statt blau“ gegen Rauschtrinken. Das beste Plakat aus MV gestalteten Joost Schorcht (13) und Odin Schlossus (15) vom Robert-Stock-Gymnasium in Hagenow. Sie zeigen eine Figur, die sich aus einem „Alkohol-Loch“ befreien will – ein eindrückliches Bild für die Gefahr von Sucht.

Sozialministerin Stefanie Drese überreichte die Preise in Schwerin und lobte die Jugendlichen als „Botschafterinnen und Botschafter für einen bewussten Umgang mit Alkohol“.

Weitere Preisträger:innen:

Gute Nachricht: In MV ist die Zahl jugendlicher Rauschtrinker rückläufig (2023: 374 Fälle, –14 %). Studien belegen: Die von Jugendlichen gestalteten Plakate sensibilisieren stärker als klassische Warnhinweise.

Mehr Infos: www.dak.de/buntstattblau