Mini-Dramen bereichern die Leseförderung an Grundschulen
Die tägliche Leseförderung an den Grundschulen in Mecklenburg-Vorpommern erhält neue Impulse: Ab sofort stehen zehn Mini-Dramen für den Einsatz im Unterricht zur Verfügung. Die dialogisch aufgebauten Kurztexte sind speziell für die Jahrgangsstufen 1 bis 4 entwickelt worden und laden Kinder dazu ein, in verschiedene Rollen zu schlüpfen und gemeinsam zu lesen.
Die Mini-Dramen kommen im Rahmen des Lesebandes zum Einsatz, das seit dem Schuljahr 2024/2025 fest im Stundenplan der Grundschulen verankert ist. Täglich üben Schülerinnen und Schüler dabei 20 Minuten das Lesen – unter anderem durch Vorlesetheater, Tandemlesen oder andere Methoden zur Leseförderung.
Die neuen Materialien orientieren sich an der Lebenswelt von Grundschulkindern und berücksichtigen unterschiedliche Leseniveaus. Ergänzend steht Lehrkräften ein Handlungsleitfaden mit Anregungen für den Unterricht zur Verfügung. Alle Mini-Dramen können über das Lernmanagementsystem itslearning abgerufen werden.
Neue Versetzungsregeln ab dem Schuljahr 2026/2027
Mit Beginn des Schuljahres 2026/2027 gelten in Mecklenburg-Vorpommern neue Regelungen zur Versetzung von Schülerinnen und Schülern. Ziel der überarbeiteten Versetzungsverordnung ist es, Leistungsanforderungen transparenter zu gestalten und individuelle Lernentwicklungen stärker zu berücksichtigen.
Die wichtigsten Änderungen auf einen Blick:
- Grundschule: Über die Verweildauer in der Schuleingangsphase entscheidet künftig die Klassenkonferenz. Bei wiederholt nicht erreichten Versetzungsvoraussetzungen für die 5. Klasse wird ein möglicher Förderbedarf geprüft.
- Regionale Schule: Die Regelungen zum Notenausgleich werden angepasst und die jeweilige Anspruchsebene künftig auf den Zeugnissen ausgewiesen. Für die Versetzung in die 10. Klasse ist in den Kernfächern kein Notenausgleich mehr möglich.
- Gymnasium: Ein Notenausgleich in Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache entfällt. Im Erprobungsjahr führt ein notwendiger Notenausgleich künftig zum Wechsel in den nichtgymnasialen Bildungsgang.
- Wechsel des Bildungsgangs: Die Voraussetzungen für den Wechsel auf das Gymnasium werden neu geregelt. Erstmals enthält die Verordnung auch Regelungen für den Wechsel vom Gymnasium in einen anderen Bildungsgang.
- Versetzungsgefährdung: Eine Versetzungsgefährdung liegt künftig vor, wenn in einem Fach ein Notendurchschnitt von 4,5 oder schlechter erreicht wird.
- Freiwillige Wiederholung: Ein freiwilliger Rücktritt zum Schulhalbjahr ist künftig nur noch in begründeten Ausnahmefällen möglich.
Ausführliche Informationen zur neuen Versetzungsverordnung finden Sie auf den Seiten des Ministeriums für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern.
„Lebenspraxis“ an Grundschulen in MV
Wie gehe ich mit Geld um? Was gehört zu einer gesunden Ernährung? Und wie kann ich mit Gefühlen wie Wut oder Trauer umgehen? Mit dem neuen Unterrichtsangebot „Lebenspraxis“ sollen Grundschulkinder in Mecklenburg-Vorpommern künftig noch besser auf ihren Alltag vorbereitet werden.
Aktuell wird das Angebot an sechs Modellschulen erprobt: an der Grundschule „Friedenshof“ in Wismar, der Regionalen Schule mit Grundschule „Schule am See“ in Satow, der Grundschule „G. F. Kersting“ in Güstrow, der Grundschule „Dr. Theodor Neubauer“ in Grimmen, der Grundschule „Am See“ in Löcknitz sowie der Grundschule Süd in Neubrandenburg.
Ziel ist es, Selbstständigkeit und Eigenverantwortung der Kinder zu stärken. Ab dem Schuljahr 2026/2027 soll „Lebenspraxis“ an allen Grundschulen in Mecklenburg-Vorpommern angeboten werden.
Lesereise für Kita-Kinder beginnt
Zum Internationalen Tag des Buches ist in Mecklenburg-Vorpommern die landesweite „Lesereise MV“ gestartet. Seit dem 23. April erhalten alle vier- bis fünfjährigen Kinder in Kitas und in der Kindertagespflege ein eigens entwickeltes Geschichtenbuch. Bildungsministerin Simone Oldenburg übergab die ersten Exemplare in Wismar.
Das Buch „Blätter rascheln laut und leise. Mach dich auf die Lesereise!“ begleitet Kinder beim Übergang von der Kita in die Grundschule. Mit Geschichten, Reimen, Bildern und Rätseln lädt es zum Mitmachen, Erzählen und Entdecken ein. Beiträge bekannter Kinderbuchautorinnen und -autoren sowie regionale Bezüge machen das Buch besonders anschaulich und lebensnah.
Für Familien bietet die Lesereise eine gute Gelegenheit, Kinder früh fürs Lesen zu begeistern und gemeinsam Zeit mit Büchern zu verbringen. Gleichzeitig unterstützt das Projekt pädagogische Fachkräfte mit Fortbildungen und Materialien, um die Sprach- und Lesekompetenz gezielt zu fördern. Ein Online-Portal mit weiteren Angeboten für Fachkräfte und Eltern ist in Vorbereitung.
Die „Lesereise MV“ ist Teil der landesweiten Sprachbildungsstrategie und soll dazu beitragen, Bildungschancen zu verbessern und Kinder auf ihrem weiteren Bildungsweg zu stärken.
Tägliche Lesezeit an Grundschulen zeigt erste Erfolge
Die tägliche Lesezeit an den Grundschulen in Mecklenburg-Vorpommern zeigt erste positive Ergebnisse. Das geht aus Zwischenergebnissen einer wissenschaftlichen Evaluation hervor.
Seit dem Schuljahr 2024/2025 ist das sogenannte „Leseband“ an allen öffentlichen Grundschulen im Land fest im Stundenplan verankert. Dabei lesen Schülerinnen und Schüler jeden Tag etwa 20 Minuten, unabhängig vom Unterrichtsfach. Ziel ist es, das Lesen regelmäßig zu üben und so die grundlegenden Fähigkeiten im Umgang mit Texten zu stärken.
Die bisherigen Auswertungen zeigen vor allem Verbesserungen bei der Leseflüssigkeit. Kinder lesen nach einem Jahr bereits schneller und sicherer, insbesondere in den Klassenstufen 1 bis 3. Diese Fähigkeit gilt als wichtige Grundlage, um Texte später besser verstehen zu können.
Für die Evaluation wurden bisher 3.173 Schülerinnen und Schüler aus zwölf Grundschulen untersucht. Die Studie wird von der Universität Greifswald durchgeführt und berücksichtigt sowohl Schulen im städtischen als auch im ländlichen Raum.
Die Ergebnisse sind noch vorläufig. Die Untersuchung läuft weiter, abschließende Ergebnisse werden für Herbst 2026 erwartet.
Mitmachen beim 17. Plattdeutschwettbewerb
Das Bildungsministerium Mecklenburg-Vorpommern lädt zum 17. Plattdeutschwettbewerb ein. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene können ihr Talent im Niederdeutschen mit einem kreativen digitalen Beitrag zeigen. Teilnehmen können Kindertagesstätten sowie Grund-, weiterführende und berufliche Schulen.
Der Wettbewerb steht unter dem Motto „Plattdüütsch allerwägens ünnerwägens – 150 Johr Martha Müller-Grählert“. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können ihre Beiträge zum Beispiel als Gedicht, Lied, Sketch oder digitales Projekt einreichen.
Zunächst finden regionale digitale Wettbewerbe in den Schulamtsbereichen Greifswald, Neubrandenburg, Rostock und Schwerin statt. Die besten Beiträge werden zum Landeswettbewerb am 9. Mai 2026 in Güstrow eingeladen.
Anmeldeschluss ist der 23. März 2026, Beiträge können bis 10. April 2026 eingereicht werden. Weitere Informationen gibt es auf dem Bildungsserver MV.
Mehr Klassenfahrten für Kinder und Jugendliche in MV
Gute Nachrichten für Familien in Mecklenburg-Vorpommern: Schülerinnen und Schüler können künftig an zwei zusätzlichen Klassenfahrten teilnehmen – eine weitere in der Grundschule und eine in der Orientierungsstufe. Das Land erhöht dafür die finanziellen Mittel deutlich. Im Jahr 2026 stehen rund 1,2 Millionen Euro für Klassenfahrten zur Verfügung, im Vorjahr waren es noch knapp 970.000 Euro.
Mit der Aufstockung sollen gemeinsame Erlebnisse in der Klassengemeinschaft gestärkt werden. Klassenfahrten fördern nicht nur das Lernen außerhalb des Unterrichts, sondern auch Teamgeist, Selbstständigkeit und soziale Kompetenzen.
Auch organisatorisch gibt es Veränderungen: Die Frist zur Beantragung von Klassenfahrten wird vorgezogen. Schulen müssen ihre Planungen künftig bereits Anfang Oktober einreichen. Das schafft mehr Planungssicherheit für Schulen und Familien.
Neues Unterrichtsprogramm stärkt soziale Kompetenzen
Mit dem Projekt „Eigenständig werden“ erhalten Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 6 in Mecklenburg-Vorpommern ein neues Unterrichtsangebot, das Kommunikation, Empathie und konstruktive Konfliktlösung fördert. Entwickelt in Kooperation mit dem Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung, steht es allen allgemein bildenden Schulen offen.
„Rund 87.000 Kinder – fast jede zweite Schülerin und jeder zweite Schüler – können teilnehmen“, so Bildungsministerin Simone Oldenburg. Das wissenschaftlich fundierte Programm vermittelt körperliche, seelische und soziale Gesundheitskompetenzen, für die Jüngsten begleitet von der Handpuppe „Jolli“.
Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte können an einer eintägigen Fortbildung teilnehmen und im Anschluss direkt mit der Umsetzung im Unterricht beginnen. Die Fortbildungen werden durch das Institut für Qualitätsentwicklung Mecklenburg-Vorpommern (IQ M-V) organisiert und durchgeführt.
Mehr Bücher im Unterricht: Land stärkt Leseförderung
Mecklenburg-Vorpommern weitet die Leseförderung an Schulen aus. Ab dem neuen Schuljahr lesen Grundschülerinnen und -schüler mehr literarische Werke im Unterricht: zwei Bücher in Klasse 1/2, eines in Klasse 3/4. In den Jahrgangsstufen 5 bis 10 stehen künftig zwei Werke pro Schuljahr auf dem Programm. Auch in modernen Fremdsprachen wie Englisch ist ab Klasse 7 eine Lektüre vorgesehen.
Bildungsministerin Simone Oldenburg betont: „Lesen stärkt Konzentration, Wortschatz und Vorstellungskraft – wichtige Grundlagen für den Bildungserfolg.“ Ergänzt wird die Maßnahme durch ein tägliches 20-minütiges Leseband in den Klassen 1 bis 4. Alle Grundschulen erhielten dazu Starter-Bücherpakete und eine Handreichung.
Mit den Neuerungen reagiert das Land auf Studien wie den IQB-Bildungstrend, die eine sinkende Lesekompetenz belegen. Ziel ist es, die Lesefähigkeit zu verbessern und Bildungsgerechtigkeit zu fördern.
Schwimmunterricht an allen Grundschulen
Ein Jahr nach Einführung des Schwimmkonzeptes hat Bildungsministerin Simone Oldenburg eine positive Bilanz gezogen. Wie die Staatlichen Schulämter mitgeteilt haben, fand an allen Grundschulen Schwimmunterricht entweder in wöchentlichen Kursen oder in Intensivkursen bzw. in Schwimmlagern statt.
Mit dem Schwimmkonzept orientiert sich Mecklenburg-Vorpommern am neuesten Stand der Schwimmausbildung an Schulen bundesweit. Es erstreckt sich vom Erwerb der Grundkompetenzen im Vorschulalter bis zu den weiterführenden Schulen mit besonderem Fokus auf Grundschulen. Ein zentraler Bestandteil ist die regelmäßige Qualifizierung von Schwimmlehrkräften, insbesondere in Bezug auf ihre Rettungsfähigkeit. Darüber hinaus besteht auch für Lehrkräfte ohne das Unterrichtsfach Sport die Möglichkeit, sich zu Schwimmlehrkräften ausbilden zu lassen. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es 445 Lehrkräfte mit einer Schwimmqualifikation.
Auch im Jahr 2024 führt das Land das Programm „M-V kann schwimmen“, das vom Sozialministerium verantwortet und mit 200.000 Euro gefördert wird, fort. Das Programm ergänzt den Schwimmunterricht in der Grundschule und unterstützt insbesondere die Kinder, die nicht oder nur eingeschränkt an einem Schwimmkurs in der dafür vorgesehenen Jahrgangsstufe teilgenommen haben oder diesen nicht erfolgreich abschließen konnten.
Pressemitteilung: Ministerium für Bildung und Kindertagesstätten; 16.08.2024