Land stärkt Gewaltprävention an Schulen
Mecklenburg-Vorpommern hat ein umfassendes Anti-Gewalt-Konzept für alle öffentlichen Schulen vorgestellt. Es vereint bestehende Programme mit neuen Präventionsmaßnahmen und bietet Lehrkräften, pädagogischem Personal, Eltern sowie Schülerinnen und Schülern einen Handlungsleitfaden mit klaren Empfehlungen, Kontaktstellen und Unterstützungsangeboten.
Die Zahl der Gewaltvorfälle an Schulen steigt seit Jahren – 2024 wurden laut Polizeilicher Kriminalstatistik 1.361 Fälle registriert, der höchste Wert seit 2020. Die Bandbreite reicht von Mobbing und Bedrohungen bis hin zu Amok- und Bombendrohungen sowie sexualisierter Gewalt.
Wichtige Neuerungen
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Streitschlichter-Programm: Neuauflage zur Förderung konstruktiver Konfliktlösungen, unterstützt durch geschulte pädagogische Fachkräfte.
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Anti-Extreme-Netzwerke: Zusammenschlüsse von Schulleitungen, Polizei, Jugendamt und Demokratiezentren bei extremistischen Vorfällen.
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Elternsprechstunde: Ab Schuljahr 2025/26 digitale Beratung alle zwei Wochen (mittwochs, 15–17 Uhr) durch schulpsychologische Fachkräfte.
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Aufklärungskampagne: Broschüren „Weitersagen ist kein Petzen“ und „Hilfe holen ist Freundschaft“ zu psychischer Belastung und sexualisierter Gewalt; Musterschutzkonzept für alle Schulen.
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Fortbildungen: Für Lehrkräfte zu Gewaltprävention, Konfliktlösung, Schutzkonzepten und professionellem Grenzensetzen.
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Unterrichtsprogramm „Eigenständig werden“: Für Klassen 1–6 zur Stärkung sozialer und emotionaler Kompetenzen, in Kooperation mit dem Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung.