Weihnachten gemeinsam erleben – Angebote gegen Einsamkeit
Die Weihnachtszeit ist für viele Menschen mit Nähe und Gemeinschaft verbunden – wer sich einsam fühlt, erlebt die Feiertage jedoch oft als besondere Herausforderung. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es rund um Weihnachten zahlreiche Angebote gegen Einsamkeit, die Begegnung und Austausch ermöglichen.
Vor Ort laden verschiedene Initiativen zu gemeinsamen Feiern und Mahlzeiten ein. Dazu gehören unter anderem Angebote der Volkssolidarität in Ludwigslust und Parchim, der Gemeinde St. Anna und der Caritas in Schwerin sowie des Treffpunkts andersARTick in Barth. Auch viele Kirchengemeinden organisieren offene, festliche Veranstaltungen. Darüber hinaus bringt die Initiative „Keine(r) bleibt allein“ private Gastgeberinnen und Gastgeber mit Menschen zusammen, die die Feiertage nicht allein verbringen möchten.
Ergänzend dazu gibt es digitale und telefonische Angebote. Am 25. Dezember findet die digitale Weihnachtsfeier des Vereins „Wege aus der Einsamkeit“ statt. Sie richtet sich an Menschen, die ortsunabhängig Gemeinschaft erleben möchten, und bietet Raum für Austausch und gemeinsame Zeit – ganz unkompliziert von zu Hause aus.
Zusätzlich stehen über die Feiertage Telefon- und Chatangebote zur Verfügung, etwa für ältere Menschen, Kinder und Jugendliche oder alle, die ein offenes Ohr suchen.
Die vielfältigen Angebote zeigen: Auch an Weihnachten muss niemand allein sein.
„Wir Weihnachten“: Nachbarschaftsaktionen gegen Einsamkeit
Mit der Aktion „Wir Weihnachten“ lädt die nebenan.de Stiftung Menschen bundesweit dazu ein, in der Advents- und Weihnachtszeit aktiv etwas gegen Einsamkeit in der Nachbarschaft zu tun. Auf wirweihnachten.de können Nachbar*innen eigene Aktionen eintragen oder bestehende Angebote in ihrer Nähe finden.
Ob Plätzchenbacken, gemeinsames Abendessen, Spaziergänge, Singen, Basteln oder Wichteln – jede Form der Begegnung trägt dazu bei, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen und Einsamkeit zu verringern. Eine interaktive Deutschlandkarte zeigt übersichtlich, wo Veranstaltungen stattfinden und wo noch Mitstreiter*innen gesucht werden.
Gerade in der dunklen Jahreszeit fühlen sich viele Menschen allein. Die Initiative möchte deshalb Mut machen, Kontakt aufzunehmen und Gemeinschaft zu schaffen – unkompliziert, lokal und niedrigschwellig. So wird Weihnachten zu einer Zeit, die verbindet.
Malteser Hilfsdienst starten bundesweites „Plaudernetz“
Ob jung oder alt – manchmal tut ein Gespräch einfach gut. Das Plaudernetz der Malteser bietet genau das: Unter der kostenlosen Nummer 0800 330 1111 können Menschen täglich von 10 bis 22 Uhr anonym mit freiwilligen Plauderpartner*innen telefonieren.
Das Angebot richtet sich an alle, die sich einsam fühlen oder einfach Lust auf ein nettes Gespräch haben – ohne Anmeldung, kostenlos und vertraulich. Es ist keine Beratung oder Krisenhilfe, sondern ein unkomplizierter Weg, mit anderen in Kontakt zu kommen. Wer möchte, kann sich selbst als Plauderpartner*in engagieren und so einen Beitrag gegen Einsamkeit leisten.
Digitale Landkarte: Angebote gegen Einsamkeit finden
Die digitale Angebotslandkarte des Kompetenznetz Einsamkeit (KNE) zeigt schnell und einfach, welche Unterstützungsangebote es vor Ort gibt –Miteinander für ein starkes Miteinander von offenen Treffs über Beratungsstellen bis zu Freizeitangeboten. Nutzer*innen können gezielt nach Postleitzahl, Ort oder Zielgruppe suchen.
Mit bereits rund 1.000 eingetragenen Angeboten macht die Plattform Hilfe sichtbar und trägt dazu bei, Einsamkeit vorzubeugen und Teilhabe zu stärken. Auch Einrichtungen können ihre Angebote selbst eintragen und so die Vernetzung in den Regionen voranbringen.
Silbernetz – Telefon gegen Einsamkeit im Alter
Das Silbernetz bietet älteren Menschen in ganz Deutschland ein vertrauliches Gesprächsangebot gegen Einsamkeit. Die kostenfreie Hotline 0800 4 70 80 90 ist täglich von 8:00 bis 22:00 Uhr erreichbar und richtet sich an Menschen über 60 Jahre, die jemanden zum Reden brauchen – anonym, niedrigschwellig und ohne Verpflichtung.
Viele ältere Menschen erleben mit dem Wegfall des Berufslebens einen Verlust sozialer Kontakte. Besonders in ländlichen Regionen können lange Wege, geringe Mobilität und wenig wohnortnahe Angebote zu Isolation führen. In Mecklenburg-Vorpommern betrifft das zunehmend große Teile der Bevölkerung: Bereits 35 % der Menschen im Land sind über 60 Jahre alt.
Das Silbertelefon versteht sich als Ergänzung zu persönlichen Begegnungsorten. Wichtig sind wohnortnahe, konsumfreie Angebote – sogenannte „Dritte Orte“ – wie Seniorentreffs, Mehrgenerationenhäuser, Bibliotheken oder Dorfgemeinschaftshäuser. Auch Ehrenamt, Vereinsleben und Nachbarschaftshilfe leisten wichtige Beiträge zur sozialen Teilhabe.
Weitere Informationen und Unterstützungsangebote unter: www.silbernetz.org
Einsamkeit im Erwerbsalter: Neue Daten zeigen Handlungsbedarf
Eine aktuelle Auswertung des Deutschen Alterssurveys zeigt: Einsamkeit ist nicht nur ein Thema des Alters, sondern betrifft auch viele Menschen in der Lebensmitte. Besonders gefährdet sind Personen mit geringem Einkommen und ohne Erwerbstätigkeit. Rund jede elfte Person ab 43 Jahren gab an, sich „sehr einsam“ zu fühlen – bei den 43- bis 55-Jährigen sogar häufiger als in höheren Altersgruppen.
Der sozio-ökonomische Status spielt dabei eine entscheidende Rolle. Wer armutsgefährdet ist oder nicht arbeitet, fühlt sich messbar häufiger einsam. Zwischen 43 und 65 Jahren wirkt Erwerbstätigkeit schützend – durch soziale Kontakte, Alltagsstruktur und das Gefühl, gebraucht zu werden. Ab dem Rentenalter gleichen sich die Werte unabhängig vom Erwerbsstatus an.
Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) setzt mit der „Allianz gegen Einsamkeit“ auf gezielte Maßnahmen zur Stärkung sozialer Teilhabe: in Schulen, Vereinen, Arbeitswelt und Ehrenamt. Auch im Koalitionsvertrag ist die Weiterentwicklung der Strategie gegen Einsamkeit verankert – mit Fokus auf Prävention, Forschung und Netzwerkförderung.
Aktionswoche "Gemeinsam aus der Einsamkeit"
Auch im Jahr 2025 ruft das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend zur Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ vom 26. Mai bis zum 01. Juni auf. Die Initiative möchte Einsamkeit enttabuisieren, Begegnungen fördern und über bestehende Hilfsangebote informieren. Sie richtet sich an Menschen jeden Alters und ist Teil der bundesweiten Strategie gegen Einsamkeit.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Aktionswoche steht das Thema „Gemeinsam Spielen“ – eine niedrigschwellige, verbindende Möglichkeit, mit anderen in Kontakt zu kommen. Ob Brettspiel, Kartenspiel oder gemeinschaftliches Spiel im Freien: Das gemeinsame Spielen schafft Nähe, Austausch und ein Gefühl der Zugehörigkeit.
Mitmachen kann jeder!
Von Spieletreffs über offene Nachmittage bis hin zu generationsübergreifenden Aktionen – Ideen gibt es viele. Auch in Mecklenburg-Vorpommern gibt es Aktionen im Rahmen der Aktionswoche. Informieren Sie sich bei Ihren Familienzentren, Mehrgenerationenhäusern oder anderen Initiativen in der Nähe oder schauen Sie gern in den Veranstaltungskalender der FamilienInfo MV.
Silbernetz - das Netzwerk gegen Einsamkeit im Alter
Silbernetz bietet bundesweit Hilfe für ältere Menschen mit Einsamkeitsgefühlen. Mit einem dreistufigen Angebot öffnet es Türen aus der Isolation:
- Unter der Rufnummer 0800 4 70 80 90 bietet Silbernetz Menschen ab 60 Jahren täglich von 8 bis 22 Uhr ein offenes Ohr.
- Einmal pro Woche zu einer vereinbarten Zeit rufen ehrenamtliche Silbernetz-Freund*innen „ihren“ älteren Menschen für eine Stunde an. Das ist persönlicher Kontakt und vertrauliches Gespräch – regelmäßig und zuverlässig.
- Silbernetz gibt den Anrufer*innen Informationen zu Basisangeboten der Altenhilfe in Ländern und Kommunen
Silbernetz ist ein Angebot des gemeinnützigen Vereins Silbernetz, das Netzwerk gegen Einsamkeit wurde 2014 in Berlin gegründet
Strategien gegen Einsamkeit an den Feiertagen
Einsamkeit kann an Feiertagen besonders deutlich zu spüren sein. Denn diese Tage haben für viele Menschen eine besondere Bedeutung, die mit einer besonderen gesellschaftlichen Erwartung wie gemeinsames Feiern mit der Familie oder im Freund*innenkreis verbunden ist.
Das Kompetenznetz Einsamkeit sammelt auf seiner Internetseite Angebote die während den Feiertagen Hilfe anbieten, beraten oder Menschen zusammenbringen.
Bio24 Social aus Poppendorf gewinnt bundesweiten Publikumspreis
Der Publikumspreis des KfW Award Gründen geht nach Mecklenburg-Vorpommern! Das gemeinnützige Jungunternehmen Bio24 Social aus Poppendorf im Landkreis Rostock konnte sich bei der Online-Abstimmung gegen die weiteren Landesgewinner durchsetzen und erhält den mit 5.000 Euro dotierten Preis der Bankengruppe.
Das Unternehmen Bio24 Social, das Seniorinnen und Senioren sowie ehrenamtliche Helfer zum Kochen und Backen einlädt und ein Café betreibt, wurde im November bereits als Landessieger in Mecklenburg-Vorpommern gekürt. Bio24 verbinde nachhaltige Produktion mit sozialem Engagement: Seniorinnen und Senioren im ländlichen Raum fertigen hochwertige Produkte und finden dabei neue Gemeinschaft. “So wirkt Bio24 Social in vorbildlicher Weise Einsamkeit entgegen und stärkt regionale Strukturen“, betonte die Sozialministerin Stefanie Drese.
Die Produkte werden anschließend im eigenen Dorfladen verkauft und die Erlöse fließen in die Prävention gegen Einsamkeit zurück. „Wo Menschen jeden Alters aufeinandertreffen, wo gemeinsam gekocht, geklönt, gescherzt und manchmal sogar getanzt wird, dort hat Einsamkeit keinen Platz“, verdeutlichte die Ministerin. So setze das Projekt bereits praktisch um, was derzeit auf Landesebene im Rahmen des Runden Tisches gegen Einsamkeit erarbeitet werde.