„Cannabis Alarm“ startet an Schulen in MV

In Mecklenburg-Vorpommern ist ein neues Projekt zur Cannabisprävention an weiterführenden Schulen gestartet. Mit dem interaktiven Escaperoom-Angebot „Cannabis Alarm“ sollen Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen spielerisch über Risiken des Cannabiskonsums informiert werden. Das teilte Sozial- und Gesundheitsministerin Stefanie Drese zum Projektstart mit.

Das Projekt wurde ursprünglich in Schleswig-Holstein entwickelt und von der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen Mecklenburg-Vorpommern (LAKOST MV) für den Einsatz im Land weiterentwickelt.

Im Mittelpunkt steht ein interaktiver Escaperoom: Die Jugendlichen lösen gemeinsam Rätsel und Aufgaben rund um das Thema Cannabis. Dabei setzen sie sich mit Aussagen, Risiken und Folgen des Konsums auseinander und kommen miteinander ins Gespräch. Ziel ist es, Wissen zu vermitteln und eine reflektierte Haltung zu fördern – ohne erhobenen Zeigefinger.

Alle Landkreise sowie die beiden kreisfreien Städte sind mit mindestens zwei Klassensets ausgestattet. Schulen können das Angebot ab sofort nutzen und sich an die regionalen Fachkräfte wenden.

Neuer Suchtbericht: Alkohol und Mischkonsum im Fokus

Gesundheitsministerin Stefanie Drese und Birgit Grämke (LAKOST) haben den Suchtbericht 2024 vorgestellt. In Mecklenburg-Vorpommern suchten 8.850 Menschen Hilfe wegen eigener Suchtproblematik – 290 mehr als im Vorjahr. Weitere 923 Angehörige nutzten Beratungsangebote.

Alkohol bleibt mit knapp 60 % der Fälle das größte Problem, gefolgt von Cannabis und wachsendem Mischkonsum. Auffällig ist das sehr frühe Einstiegsalter: Rund 75 % der heutigen Klient*innen hatten ihren ersten Alkoholkonsum vor dem 14. Lebensjahr.

Viele Betroffene seien erwerbstätig und suchten erst spät Unterstützung, so Grämke – ein klarer Hinweis, dass Sucht „mitten in der Gesellschaft“ stattfindet. Drese fordert deshalb mehr Prävention und einen Kulturwandel im Umgang mit Alkohol und anderen Suchtmitteln.

Cannabis und Jugendliche: Eltern erhalten Unterstützung

Seit der Legalisierung von Cannabis für Volljährige im letzten Jahr stehen Eltern vor neuen Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund hat die Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen Mecklenburg-Vorpommern (LAKOST MV) mit Unterstützung des Gesundheitsministeriums einen umfassenden Flyer veröffentlicht, der Eltern dabei hilft, Warnsignale zu erkennen und Unterstützung anzubieten.

„Das Durchschnittsalter für den ersten Cannabiskonsum liegt leider bei 14 Jahren. Der Konsum kann langfristige Auswirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit haben. Der Flyer informiert über die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Risiken des Cannabiskonsums für Jugendliche und gibt wertvolle Hinweise, wie Eltern reagieren können, wenn sie bei ihrem Kind Anzeichen dafür vermuten“, erläuterte Gesundheitsministerin Stefanie Drese die Hintergründe.

Der Cannabis-Elternflyer ist kostenlos bei der LAKOST MV bestellbar.

Darüber hinaus hat die LAKOST vor wenigen Tagen eine Citycards-Aktion zum Thema Cannabis gestartet. In Rostock, Schwerin, Wismar, Greifswald und Stralsund werden in den teilnehmenden Kneipen und Einrichtungen insgesamt 48.000 Postkarten verteilt, die zum Schmunzeln und Überdenken des Cannabiskonsums insbesondere im jungen Alter nachdenken sollen.