Zehnte Altersberichtskommission startet mit Arbeit

Die Bundesregierung hat die Zehnte Altersberichtskommission eingesetzt. Unter Leitung von Bundesseniorenministerin Karin Prien wird sich die Kommission mit dem Thema Bildung und Lernen im Alter befassen. Im Mittelpunkt stehen non-formale und informelle Lernformen sowie Fragen der kognitiven Entwicklung im Alter. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Untersuchung von Bildungsungleichheiten – etwa wie Einkommen, Gesundheit oder bisherige Bildungschancen den Zugang zu Weiterbildung im Alter beeinflussen.

Ziel ist es, Handlungsempfehlungen zu entwickeln, damit ältere Menschen bessere Lernmöglichkeiten erhalten und stärker am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Lernen soll damit auch im höheren Lebensalter ein Schlüssel zu persönlicher Entwicklung, Teilhabe und Lebensqualität bleiben.

Programm "BELL- Bildung und Engagement ein Leben lang" gestartet

Am 16. September 2025 hat Bundesbildungsministerin Karin Prien das erste bundesweite Programm für Bildung im Alter gestartet. Mit dem Programm „BELL – Bildung und Engagement ein Leben lang“ sollen Menschen ab 60 Jahren unterstützt werden, sich weiterzubilden und stärker am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Besonders angesprochen werden dabei auch ältere Menschen, die bisher wenig Zugang zu Erwachsenenbildungsangeboten hatten.

Gefördert werden insgesamt 50 Projekte in ganz Deutschland. Die Themen reichen von Gesundheit über politische Bildung und Finanzwissen bis hin zu neuen Möglichkeiten für ehrenamtliches Engagement. Ziel ist es, Lernorte zu schaffen, die Bildung mit gesellschaftlicher Teilhabe verbinden und zugleich das Erfahrungswissen älterer Menschen bewahren und weitergeben.

Für das Programm stehen bis 2028 rund 25 Millionen Euro zur Verfügung. Finanziert wird es aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus und des Bundes, ergänzt durch Eigenanteile der Projektträger. Damit setzt die Bundesregierung ein deutliches Signal, dass Lernen keine Altersgrenze kennt und Bildung auch im späteren Lebensabschnitt neue Perspektiven eröffnet.

Einsamkeit im Erwerbsalter: Neue Daten zeigen Handlungsbedarf

Eine aktuelle Auswertung des Deutschen Alterssurveys zeigt: Einsamkeit ist nicht nur ein Thema des Alters, sondern betrifft auch viele Menschen in der Lebensmitte. Besonders gefährdet sind Personen mit geringem Einkommen und ohne Erwerbstätigkeit. Rund jede elfte Person ab 43 Jahren gab an, sich „sehr einsam“ zu fühlen – bei den 43- bis 55-Jährigen sogar häufiger als in höheren Altersgruppen.

Der sozio-ökonomische Status spielt dabei eine entscheidende Rolle. Wer armutsgefährdet ist oder nicht arbeitet, fühlt sich messbar häufiger einsam. Zwischen 43 und 65 Jahren wirkt Erwerbstätigkeit schützend – durch soziale Kontakte, Alltagsstruktur und das Gefühl, gebraucht zu werden. Ab dem Rentenalter gleichen sich die Werte unabhängig vom Erwerbsstatus an.

Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) setzt mit der „Allianz gegen Einsamkeit“ auf gezielte Maßnahmen zur Stärkung sozialer Teilhabe: in Schulen, Vereinen, Arbeitswelt und Ehrenamt. Auch im Koalitionsvertrag ist die Weiterentwicklung der Strategie gegen Einsamkeit verankert – mit Fokus auf Prävention, Forschung und Netzwerkförderung.

Begleitetes Trinken ab 14: Bundesrat will Abschaffung

Der Bundesrat hat eine Entschließung zur Abschaffung des begleiteten Alkoholkonsums ab 14 Jahren verabschiedet. Mecklenburg-Vorpommern unterstützte den Antrag Bayerns und setzt sich damit erneut für eine Änderung des Jugendschutzgesetzes ein.

Das Land hatte bereits auf der Gesundheitsministerkonferenz in Weimar eine entsprechende Initiative eingebracht. Ziel ist es, den Konsum von Alkohol unter Jugendlichen konsequenter zu begrenzen und gesellschaftliche Verharmlosungen entgegenzuwirken.

In Mecklenburg-Vorpommern liegt das durchschnittliche Einstiegsalter beim Alkoholkonsum bei 14,3 Jahren. Besonders alarmierend ist der Anstieg alkoholbedingter Krankenhausbehandlungen: Bundesweit stiegen die Fälle bei 10- bis 20-Jährigen seit dem Jahr 2000 um 21 Prozent – in Mecklenburg-Vorpommern um 75,5 Prozent, bei Mädchen und jungen Frauen sogar um 145 Prozent.

Das Land fordert stärkere Prävention und klare gesetzliche Regelungen auf Bundesebene.

Medienkompetenz-Preis MV 2025

Wie vielfältig und kreativ Medienbildung in Mecklenburg-Vorpommern gestaltet wird, zeigte sich bei der 20. Verleihung des Medienkompetenz-Preises MV am 24. April 2025 im Volkstheater Rostock. Insgesamt wurden 8 herausragende Projekte mit Preisgeldern in Höhe von 6.000 Euro in vier Kategorien ausgezeichnet.

Der Preis wird traditionell zum Auftakt des Rostocker Filmfestivals FiSH vergeben. In diesem Jahr hatten sich 62 Projekte aus dem gesamten Land beworben.

Die Preisverleihung ist ab sofort in der Mediathek der Medienanstalt MV abrufbar und wird am 9. Juni 2025 im Bürgerprogramm Mediatop.TV ausgestrahlt.

Zum Mediatop.TV-Programm
Zur Sendung in der Mediathek

Ausgezeichnete Projekte 2025

Der Medienkompetenz-Preis MV wird seit 2006 von der Medienanstalt MV vergeben und würdigt Projekte, die nachhaltige und innovative Medienarbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen leisten. Seit 2020 ergänzt die Kategorie „Nachgehakt“ das Preisportfolio und fördert den kritischen Umgang mit Medien.

Mehr Infos unter: www.medienkompetenzpreis-mv.de

Neunter Altersbericht veröffentlicht

Ältere Menschen in Deutschland leben so vielfältig wie nie zuvor, sie bringen sich ein und sind aktiv bis ins hohe Alter. Allerdings müssen ältere Menschen mehr Hürden überwinden, um am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können - das zeigt der Neunte Bericht zur Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland.

Der Altersbericht nimmt auch die Erfahrungen Älterer mit Ausgrenzung und Diskriminierung in den Blick: Bei älteren Menschen können z.B. Lebenssituationen mit stark eingeschränkter Teilhabe entstehen, wenn sie in Armut und in prekären Wohnverhältnissen leben, physisch und/oder psychisch krank sind oder Gewalt erfahren. Auch in Lebenssituationen, bei denen Pflegebedürftigkeit, soziale Isolation und Einsamkeit zusammentreffen, können die Teilhabechancen eingeschränkt sein. Besonders Ältere aus den Gruppen Migrant*innen, LSBTIQ* und Frauen sind benachteiligt sind.

In 31 Empfehlungen richtet sich die Sachverständigenkommission an Politik und Zivilgesellschaft. Sie regt u.a. an, die materielle Lage im Alter besser zu sichern, eine diversitätssensible Gesundheitsversorgung vorzuhalten und Diskriminierung wegen Alters entgegenzuwirken.

Engagement gegen Einsamkeit

Mit dem „KfW Award Gründen“ werden jährlich Existenzgründer und Jungunternehmer geehrt, die in besonderem Maße soziale Verantwortung übernehmen. Der Landessieg für Mecklenburg-Vorpommern ging in diesem Jahr an ein gemeinnütziges Start-up gegen Einsamkeit aus Poppendorf bei Rostock. In einem umgebauten Schweinestall kommen dort Seniorinnen und Senioren und Freiwillige aus dem Dorf zusammen, um gemeinsam Rezepte „von Oma und Opa“ zu kochen. Die Produkte werden anschließend im eigenen Dorfladen und Café verkauft. Die Erlöse fließen in die Prävention gegen Einsamkeit zurück.

Das Projekt setzt bereits praktisch um, was auf Landesebene im Rahmen des Runden Tisches gegen Einsamkeit erarbeitet wird. „Mit mehr als 60 Mitgliedern aus Politik, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft beschäftigen wir uns in diesem Gremium seit dem vergangenen Jahr mit der Frage, wie wir den zunehmen Vereinsamungstendenzen in unserer Gesellschaft wirksam begegnen können. Denn Einsamkeit ist längst kein gesellschaftliches Randphänomen mehr – auch unabhängig vom Alter“, erklärte Drese. Erste Handlungsempfehlungen sollen im Jahr 2025 dem Landtag übergeben werden.

Erfahrungsortes im Digitalpakt Alter in Waren (Müritz)

Ab sofort ist das AWO-Kommunikationszentrum in der Schleswiger Straße 8 einer von bundesweit 250 Erfahrungsorten des DigitalPakt Alter. Im AWO-Kommunikationszentrum können Seniorinnen und Senioren zwanglos den Umgang mit Smartphone und Tablet einüben und digitale Anwendungen kennenlernen, die den eigenen Alltag erleichtern.

Der Erfahrungsort ermöglicht es älteren Menschen, die digitale Welt kennenzulernen und richtet sich besonders an technisch unerfahrene Seniorinnen und Senioren. Im wöchentlichen DigitalCafé beantworten Ehrenamtliche Fragen rund um Smartphone, Tablet und Notebook und geben Hilfestellung bei der Bedienung. Hierbei geht es um einen ersten Zugang und eine entspannte Atmosphäre. Das DigitalCafé findet jeden Donnerstag in der Zeit von 15 bis 17 Uhr statt. Das Team von Ehrenamtlichen freut sich über weitere Unterstützende, die sich mit ihren Kenntnissen, Fähigkeiten und einem offenen Ohr einbringen möchten. Zusätzlich gibt es regelmäßige Veranstaltungen zu Spezialthemen, bei denen die Wissensvermittlung im Vordergrund steht.

Kontakt:

AWO-Kommunikationszentrum:
Schleswiger Straße 8, 17192 Waren (Müritz)
Der Zugang ist barrierefrei

Annette Schattenberg
0174 / 624 15 49
ehrenamt@awo-mueritz.de

Erstes bundesweites Einsamkeitsbarometer

Es ist die erste umfassende Analyse des Einsamkeitserlebens der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland in den vergangenen 30 Jahren. Die Langzeitanalyse ist Teil der „Strategie der Bundesregierung gegen Einsamkeit“ und wurde auf Grundlage des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP - jährliche repräsentative Wiederholungsbefragung von Privathaushalten) mit Daten von 1992 bis 2021 durch das vom BMFSFJ geförderte "Kompetenznetz Einsamkeit" am Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik aufbereitet.

Zentrale Ergebnisse des Einsamkeitsbarometers: Einsamkeitsbelastungen durch die Corona-Pandemie gehen zurück. Die Einsamkeitsbelastungen bei der Gesamtbevölkerung stiegen von 7,6 Prozent in 2017 auf 28,2 Prozent in 2020 auf 11,3 Prozent in 2021.

Strategie gegen Einsamkeit

In Deutschland sind Millionen Menschen von Einsamkeit betroffen. Mit der Strategie der Bundesregierung gegen Einsamkeit wird das Thema Einsamkeit erstmals in Deutschland übergreifend und mit einer Vielzahl von Maßnahmen angegangen. Einsamkeit hat viele Gesichter und Gründe und ist keine Frage des Alters. Ziel der Strategie ist es, das gesellschaftlichen Miteinander zu stärken und Einsamkeit stärker zu beleuchten, um Einsamkeit in allen Altersgruppen vorzubeugen und zu lindern.

Die Strategie gegen Einsamkeit wurde unter der Federführung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erarbeitet.

Mehr Informationen, Hilfe und Beratung: www.strategie-gegen-einsamkeit.de.