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Veranstaltungstipps
Gesundheit für Mutter und Kind
Nach der Geburt ist vor allem eines wichtig – ein gesundes Baby. Das Thema Babygesundheit zieht sich durch das erste Lebensjahr. Es stellen sich Fragen nach der Ernährung, aufkommenden Babykrankheiten und notwendigen Schutzimpfungen. In allen Fällen sind die Hebammen und Kinderärzte gute Ansprechpartner*innen. Doch neben der Gesundheit der Kinder muss auch die Mutter auf ihre Gesundheit achten.
Ernährung im 1. Lebensjahr
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, Kinder mindestens sechs Monate lang zu stillen. Muttermilch ist hervorragend auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmt. Die Zusammensetzung passt sich an das Alter des Kindes an - von der Vormilch bis zu der dauerhaften Milchproduktion. Das Baby erhält mit der Milch der Mutter viele lebenswichtige Nährstoffe, Mineralien und Vitamine.
Babys vertragen die Milch ausgezeichnet. Auch der Abwehrschutz gegen Krankheiten ist integriert, das Immunsystem des Kindes wird gestärkt. Außerdem baut sich damit ein Schutz gegen Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten auf. Gestillte Kinder haben zudem ein geringeres Risiko, später übergewichtig zu werden. Verdauungsprobleme sowie Bauchschmerzen sind bei Stillkindern seltener als bei Flaschenkindern. Vor allem aber baut sich eine innige Verbindung zwischen Mutter und Baby auf. Das Kind genießt die Nähe, hört den Herzschlag der Mutter und wird im wahrsten Sinne des Wortes gestillt: Stillen wirkt beruhigend!

Wer als Mutter nicht stillen möchten oder können, sollte sich kein schlechtes Gewissen einreden lassen! Auch Kinder, die mit Fertigmilch gefüttert werden, entwickeln sich gut. Es gibt mehrere Gründe, warum Stillen nicht möglich ist. Bei Frühgeborenen, nach einem Kaiserschnitt oder einer besonders komplizierten Entbindung kann es schwierig sein, dass die Milchbildung in Gang kommt. Auch bei Mehrlingsgeburten kann das Stillen schwierig werden. Bei einer schlimmen Brustentzündung ist das Abstillen manchmal die einzige Lösung. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente, die medizinisch unbedingt notwendig ist, kann dazu führen, dass der Arzt vom Stillen abrät. Keine Sorge, die Nähe zum Kind entsteht auch in diesem Fall!
Rückbildungsgymnastik
Zur Rückbildungsgymnastik gehören Übungen, die vor allem die Muskulatur des Beckenbodens, des Rückens und des Bauchs nach der Geburt wieder kräftigen und straffen. Durch Schwangerschaft und Geburt werden diese Muskelpartien stark beansprucht, gedehnt und dadurch geschwächt. Je nach körperlicher Verfassung können Frauen bereits in den ersten Tagen nach der Geburt beginnen, die Tiefenmuskulatur im Bauch und Beckenboden durch leichte Übungen anzuregen. Dies ist mit speziellen Atemübungen und leichtem Anspannen der Beckenbodenmuskulatur möglich.
Sechs bis acht Wochen nach der Geburt, wenn mögliche Verletzungen abgeheilt sind, kann mit einem sogenannten Rückbildungskurs begonnen werden. Rückbildungskurse zeigen, wie die genannten Muskelgruppen gezielt trainiert werden können. Sie werden in der Regel von (freiberuflichen) Hebammen, in Geburtshäusern und Kliniken oder von privaten Trägern angeboten. Die Kosten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen (zehn Stunden), wenn der Kurs spätestens vier Monate nach der Geburt begonnen und spätestens neun Monate nach der Geburt beendet wird.
Früherkennung U1 bis U9

Seit mehr als 25 Jahren gibt es in Deutschland das bundesweit einheitliche Früherkennungsprogramm für Kinder. Das Programm gewährt jedem Kind von der Geburt bis zum Schulalter einen gesetzlichen Anspruch auf zehn kostenlose Früherkennungsuntersuchungen: die U1 bis U9, die in den ersten sechs Lebensjahren durchgeführt werden. Im Rahmen dieser Früherkennungstermine findet auch eine ärztliche Beratung zu wichtigen anstehenden Themen der kindlichen Gesundheit und Entwicklung statt, wie z. B. Unfallvorbeugung oder Ernährung.

Bei diesen Terminen untersucht die Ärztin oder der Arzt das Kind vor allem auf mögliche schwerwiegende Erkrankungen und prüft, ob es sich seinem Alter entsprechend entwickelt. Auf diese Weise können Verzögerungen oder Auffälligkeiten in der Entwicklung und mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen frühzeitig erkannt werden. Durch eine rechtzeitige Behandlung oder spezielle Förderung können die möglichen Folgen für die Gesundheit und Entwicklung dann oft verhindert oder vermindert werden. Für alle Früherkennungsuntersuchungen sind Zeiträume angegeben, innerhalb derer die Untersuchungen durchgeführt werden sollten. Alle Eltern erhalten nach Geburt ihres Kindes das Kinderuntersuchungsheft, auch Gelbes Heft genannt. Hier werden alle Untersuchungsergebnisse von U1 bis U9 festgehalten.

Schutzimpfungen

Impfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen, die in der Medizin zur Verfügung stehen, um sich vor einer ansteckenden Krankheit zu schützen. Moderne Impfstoffe sind gut verträglich und unerwünschte Arzneimittelnebenwirkungen werden nur in seltenen Fällen beobachtet. Das Bundesministerium für Gesundheit hat mit der Ständigen Impfkommission (STIKO) ein unabhängiges Expertengremium für Impfempfehlungen berufen. Die STIKO empfiehlt, welche Impfungen von hohem Wert für den Gesundheitsschutz des Einzelnen und der Allgemeinheit sind, um übertragbaren Krankheiten vorzubeugen.

Säuglinge sind durch Infektionskrankheiten besonders gefährdet, weil ihr Immunsystem noch nicht voll ausgebildet ist. Die STIKO empfiehlt deshalb möglichst frühzeitig zu impfen. Die Grundimmunisierung gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Hepatitis B, Kinderlähmung und Hib sollte möglichst mit einem 6-fach Kombinationsimpfstoff erfolgen.
Bis zum 14. Lebensmonat soll diese Grundimmunisierung abgeschlossen sein. Zwischen dem 11. und 23. Lebensmonat steht die Grundimmunisierung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken sowie Meningokokken C an. Im Alter zwischen neun und 17 Jahren sind verschiedene Auffrischimpfungen empfohlen. Mädchen im Alter von neun bis 13 bzw. 14 Jahren sollten gegen HPV geimpft werden.

Typische Baby- und Kinderkrankheiten
Infektionskrankheiten werden durch Erreger wie Viren, Bakterien oder Pilze ausgelöst. Babys besitzen in der ersten Zeit nach der Geburt noch einen sogenannten Nestschutz, der sie vor Krankheiten bewahrt und ihnen Zeit gibt, ein eigenes Immunsystem aufzubauen. Etwa ab dem zweiten Lebensjahr häufen sich die typischen Kinderkrankheiten (z. B. Mittelohrentzündung, Windelsoor, Windpocken, Bindehautentzündung, Scharlach).

Aber auch Babykrankheiten, die Haut und Haare betreffen, kommen häufig vor, weil bei Neugeborenen die Funktionalität der Haut noch nicht vollständig ausgebildet ist. Der Magen-Darm-Trakt ist nach der Geburt des Kindes ebenfalls noch nicht vollumfänglich entwickelt und reagiert daher vor allem auf neue Nahrung häufig empfindlich. Bauchschmerzen sind bei Neugeborenen, aber auch bei Kleinkindern keine Seltenheit und meist schwierig zu deuten.

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