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Familien ohne Kinder
Die Anzahl der Ehepaare ohne Kinder in Deutschland betrug im Jahr 2018 rund 9,8 Millionen. Die Zahl nicht-ehelicher Lebensgemeinschaften und kinderloser Paare steigt. Der Anteil der zeitlebens kinderlosen Frauen hat sich im Generationenverlauf stetig erhöht. Dabei ist der Verzicht auf Kinder oftmals mehr die Folge einer wiederholten Verschiebung der Familiengründung als das Resultat einer früh und bewusst getroffenen Entscheidung gegen Kinder.
Die Paare verbinden mit der Heirat oftmals durchaus einen Wunsch nach Kindern, der vor allem wegen der Vereinbarkeitsproblematik von Beruf und Familie zuerst nur zurückgestellt wird und dann gewollt oder auch ungewollt in ein dauerhaftes Leben ohne Kinder mündet. Viele Paare scheinen sich im Laufe der Zeit mit einer Existenz ohne Kinder anzufreunden und möchten die gewohnte Lebensweise nicht durch Nachwuchs verändert wissen. Es sind vor allem voll erwerbstätige und höher qualifizierte Frauen, die sich für Beruf und Karriere und gegen Kinder entscheiden.
Was ist Familie?
Im deutschen Duden wird der Begriff Familie als eine Lebensgemeinschaft bezeichnet, die entweder aus einem Elternteil oder einem Elternpaar mit mindestens einem Kind besteht. Doch können eine Frau und ein Mann ohne Kinder nicht auch als Familie bezeichnet werden? Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern definiert Familie so: „Familie wird, unabhängig von räumlicher und zeitlicher Zusammengehörigkeit als Folge von Generationen, die biologisch, sozial und/oder rechtlich miteinander verbunden sind, verstanden. Das Wesen von Familie besteht darin, dass Menschen bereit sind, füreinander einzustehen, füreinander zu sorgen und dauerhaft Verantwortung füreinander zu übernehmen.“
Kinderlos glücklich
Im 21. Jahrhundert ist die Entscheidung für ein Leben ohne Kinder zu einer gesellschaftlichen Realität geworden. Immer mehr Frauen und Männer wollen keine Kinder. Wurde in der Vergangenheit vielfach die Entscheidung der Frauen als ausschlaggebend betrachtet, sind es in der heutigen Generation eher die Männer, die die Entscheidung in Partnerschaften prägen. Diese Entwicklung ist kein deutsches Phänomen, sondern auch in den europäischen Nachbarländern ist ein Geburtenrückgang deutlich ablesbar. Eine Studie, bei der 80 Männer und Frauen zum Thema befragt wurden, besagt, dass die Entscheidung für ein Leben ohne Kinder sowohl von individuellen als auch gesellschaftlichen Faktoren beeinflusst wird. In der heutigen Zeit dauert die Ausbildung länger, und der Einstieg in das Berufsleben erfolgt später als bei vorherigen Generationen. Dadurch verzögert sich die Ablösung vom Elternhaus, und die finanzielle Selbstständigkeit wird erst sehr viel später erreicht. Dies führt dazu, dass viele Frauen und Männer sich erst dann in der Lage sehen, Kinder zu zeugen, wenn sie berufliche und finanzielle Sicherheiten haben.
Die Partnerschaft spielt ebenfalls eine große Rolle bei der Entscheidung für ein Leben ohne Kinder. Es gibt eine kleinere Gruppe von gewollt kinderlosen Frauen und Männern, die die Entscheidung gegen Kinder bereits sehr früh (bis Mitte 20) und zudem nicht innerhalb der Partnerschaft treffen. Die meisten Menschen treffen jedoch innerhalb der Partnerschaft die Entscheidung bezüglich der Kinderfrage.
Ungewollte Kinderlosigkeit
Kinderlosigkeit in Deutschland betrifft einen großen Teil der Bevölkerung: Laut der DELTA-Kinderlosenstudie haben von den befragten 20- bis 29-Jährigen 72 % der Frauen und 86 % der Männer kein Kind, von den 30- bis 39-Jährigen sind es 28 % der Frauen und 47 % der Männer. Verheiratete und unverheiratete Paare bekommen immer weniger Kinder und immer später ihr erstes Kind. Dahinter steht oft eine bewusste Entscheidung und Lebensplanung. 30 % der Frauen und 24 % der Männer ohne Kinder wollen jetzt noch nicht, aber ganz sicher in einigen Jahren Kinder. Weitere 30 % der kinderlosen Männer und 19 % der kinderlosen Frauen halten sich die Option offen und wollen vielleicht später Kinder. Für die Mehrheit – auch der gut ausgebildeten Frauen und Männer – gehört ein Kind fest zum Lebensplan, aber eben erst, wenn die persönlichen, sozialen und finanziellen Rahmenbedingungen stimmen, sie sich beruflich etabliert und sie für ihre Familienvorstellung den/die passende Partner*in gefunden haben.

So vielfältig wie Lebensstile und Lebensläufe, so vielfältig sind auch die Gründe für Kinderlosigkeit und der Umgang damit.
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