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Veranstaltungstipps
Familien mit einem chronisch kranken
oder behinderten Kind
Nicht jedes Kind kommt gesund auf die Welt – es können chronische Krankheiten oder psychische / körperliche Behinderungen auftreten. Zwischen Besorgnis, Wünschen und Hoffnungen muss die Familie ihren Weg finden, die neue Situation zu bewältigen. So verschieden die Ursachen sein können, so unterschiedlich sind auch die möglichen Beeinträchtigungen des Kindes.
Hilfen in der Schwangerschaft
Frauen, die ein körperlich oder geistig behindertes Kind erwarten, steht in der Schwangerschaft eine besondere Unterstützung zu. Es werden mehr Vorsorgeuntersuchungen vorgenommen oder durch spezielle Untersuchungen die Entwicklung des Kindes abgeklärt. Wenn die Eltern schon früh wissen, was nach der Geburt des Kindes auf sie zukommt, können sie sich schon in der Schwangerschaft nach passenden Unterstützungsangeboten erkundigen. Die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt ist verpflichtet, werdende Eltern über die ihnen gesetzlich zustehenden Hilfen zu unterrichten.

Neben der medizinischen und psychosozialen Beratung besteht in jeder Schwangerschaft Anspruch auf eine individuelle, von den Krankenkassen finanzierte Hebammenbetreuung. Die Hebamme kann mit den werdenden Eltern Vorbereitungen auf die Geburt und die Zeit des Wochenbetts treffen und sie auf Wunsch auch bei der Geburt begleiten.

In manchen Fällen hat das Kind nur eine sehr kurze Lebenserwartung, weil seine Krankheit oder Behinderung schnell zum Tod führen. Auch hier können Ärztinnen und Ärzte, Hebammen, Schwangerschaftsberatungsstellen, Selbsthilfegruppen und Hospize wichtige Informationen und Hilfen geben.
Unterstützung in Anspruch nehmen und Netzwerke schaffen
Die Versorgung eines körperlich oder geistig behinderten Kindes kann aufwändig und anstrengend sein. Auch die Diagnose einer chronischen Krankheit wie Epilepsie, Rheuma, Neurodermitis oder Diabetes trifft die Familie plötzlich und unvorbereitet und stellt das Leben mitunter auf den Kopf. Familienentlastende Dienste können Eltern vielfältig unterstützen: zum Beispiel Haushaltshilfen, ambulante Pflegedienste, die zur Betreuung des Kindes ins Haus kommen, Kurzzeitbetreuung und -pflege bei eigener Krankheit, Fahrdienste, Mütterkuren und Mutter/Vater-Kind-Kuren. Eine kostenlose Beratung bei Wohlfahrts-, Behinderten- und Elternverbänden informiert über die finanziellen Hilfen und Rechtsansprüche. Auskunft und Beratung bieten auch Sozial- und Jugendämter sowie Kranken- und Pflegekassen.

Manchmal fehlt es dann an Zeit oder Kraft, Beratungsangebote wahrzunehmen. In einem solchen Fall können sogenannte aufsuchende Angebote entlasten, zum Beispiel die Begleitung durch eine Familienhebamme, die bis zu einem Jahr nach der Geburt des Kindes Hausbesuche macht und bei der Versorgung des Kindes hilft.

Eine psychosoziale Beratung, eine Familien- und Lebensberatung, eine Kur bzw. eine Mutter-Kind- oder Vater-Kind-Kur können dazu beitragen, Überforderungen zu erkennen und abzubauen. Auch Sozialpädiatrische Zentren helfen betroffenen Familien ganzheitlich. Davon gibt es deutschlandweit ca. 160 Einrichtungen. Der Kindernetzwerk e. V. bietet u. a. eine bundesweite Suche von Facheinrichtungen sowie regionalen Selbsthilfeangeboten für Familien mit einem chronisch kranken oder behinderten Kind an.
Frühförderung
Die meisten geistig oder körperlich behinderten Kinder machen ebenso wie andere Kinder Entwicklungsfortschritte, wenn auch in kleineren Schritten und in einem enger begrenzten Rahmen. Je nach ihren Möglichkeiten fühlen, denken und nehmen sie Kontakt auf.
Einige der Beeinträchtigungen können voraussichtlich durch Frühförderung ausgeglichen oder minimiert werden. Deshalb ist es ratsam, sich schon in der Schwangerschaft mit Frühförderstellen oder sozialpädagogischen Zentren in Verbindung zu setzen.
Frühförderung hat das Ziel, die Kinder mit Behinderungen so zu fördern, zu unterstützen und zu begleiten, dass sie ihre Persönlichkeit entfalten können. Durch kontinuierliche Förderung können geistig oder körperlich behinderte Kinder häufig Fortschritte machen, die ihnen einen größeren Lebensspielraum und mehr Bewegungsmöglichkeiten verschaffen.

Frühförderstellen sind wohnortnahe Einrichtungen. Sie arbeiten ambulant und mobil und besuchen Kinder und ihre Familien auch zu Hause. Der Anspruch ist im Sozialgesetzbuch verankert. Die Kosten für die pädagogische Frühförderung übernimmt das Sozialamt bei entsprechender Antragstellung.
Urlaub mit behindertem Kind
In den Familienferienstätten können Familien mit behinderten Kindern einen erholsamen und erlebnisreichen Urlaub verbringen. Rund 90 Familienferienstätten bundesweit bieten gute und vielfältige Angebote, die die unterschiedlichen Bedürfnisse und finanziellen Möglichkeiten von Familien berücksichtigen. Familien können zwischen Unterkünften am Meer und in den Bergen, Ferienhäusern und Appartements mit und ohne Verpflegung wählen. Häufig gehören Kinderbetreuung und zahlreiche Freizeitaktivitäten unter Anleitung qualifizierter Fachkräfte ebenso zum Programm wie verschiedene Bildungsangebote.

Damit der Urlaub erschwinglich bleibt, verzichten die Familienferienstätten auch in der Hochsaison auf Preissteigerungen. Viele Bundesländer, darunter auch Mecklenburg-Vorpommern, bezuschussen den Urlaub in einer Familienferienstätte. In Mecklenburg-Vorpommern erfolgt pauschal eine Förderung pro Übernachtung und Familienmitglied in Höhe von 30 € für einen Zeitraum von mindestens fünf bis maximal 14 Tagen, ab dem achten Tag sinkt der Zuschuss bis auf 15 €. Die zu fördernden Familien müssen bestimmte Fördervoraussetzungen erfüllen.
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